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LEXIKON

Gips

[
der; griechisch
]
wasserhaltiger schwefelsaurer Kalk (CaSO4·2H2O); ein mit dem Fingernagel ritzbares Gestein (Härte 2), meist farblos, zuweilen durch Eisenoxid oder Ton verfärbt. Gips kommt u. a. vor in Form von großen durchscheinenden Kristallen (Gipsspat), als blätterige perlmutterglänzende Tafeln (Marienglas, auch Fraueneis) oder körnig-kristallinisch (Alabaster). Gipsstein verliert erhitzt ganz oder teilweise seinen Wassergehalt und ergibt gebrannten Gips, der in der Hauptsache als Baugips verwendet wird und beim Anmachen mit Wasser mehr oder weniger rasch versteift (erhärtet). Auf verhältnismäßig niedrige Temperaturen erhitzter, nur teilweise entwässerter Gipsstein ergibt Stuckgips, auch zu Form-, Rabitzarbeiten, als Kalkmörtelzusatz und zur Herstellung von Baukörpern verschiedener Art geeignet. Putzgips, im Allgemeinen bei höheren Temperaturen als Stuckgips hergestellt, versteift langsamer als dieser. Durch Erhitzen auf hohe Temperaturen, etwa 1000 °C, völlig entwässerter Gipsstein ergibt Estrichgips, für Estrichböden, als Mauermörtel und zur Herstellung von Baukörpern verwendbar. Marmorgips (früher Marmorzement) ist doppelt gebrannter, zwischen den beiden Brennvorgängen gewöhnlich mit Alaun getränkter Gips. Er versteift langsamer als Stuckgips und wird zum Verfugen von Wandplatten, zu Putzarbeiten u. Ä. gebraucht.
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