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LEXIKON

Gewitter

Entladung einer elektrischen Spannung zwischen Wolken, innerhalb einer Wolke oder zwischen Wolke und Erde, begleitet von Donner und heftigen Schauern (Regen, Hagel, Graupel), im mittleren Nordamerika auch in Verbindung mit den gefürchteten Tornados. Die mittlere Zahl der auf der Erde auftretenden Gewitter (besonders in den Tropen und in Gebirgsnähe) beträgt zu jeder Zeit etwa 2000.
Meteorologisch unterscheidet man Luftmassengewitter und Frontgewitter. Beim Luftmassengewitter steigt aus überhitzten bodennahen Luftschichten feuchtwarme Luft auf und bildet Cumulonimbuswolken, die bis zur Tropopause (10 km Höhe) reichen können. In der Wolke werden durch den Aufwind positiv geladene Tröpfchen nach oben gerissen, negative bleiben unten. Die Spannung zwischen beiden Teilen kann bis zu 1 Milliarde Volt betragen. Mit beginnender Eisbildung im oberen Teil der Wolke verliert sie die Cumulonimbusform, und der typische Gewitteramboss erscheint. Blitze innerhalb der Wolke oder zwischen verschiedenen Wolken (Wolkenblitz) und auch zwischen Wolke und Erde (Erdblitz) setzen ein. Die Luft, die durch die Blitze stark erhitzt wird, dehnt sich mit ungeheurer Geschwindigkeit aus und erzeugt so den begleitenden Donner. Luftmassengewitter treten vorwiegend als Wärmegewitter im Sommer auf und sind auf das Festland beschränkt. Demgegenüber können sich Frontgewitter auch über dem Meer entladen. Frontgewitter treten vor allem an Kaltfronten auf, wenn sich Kaltluft unter feuchtwarme Luft schiebt und diese damit zum Aufsteigen zwingt, so dass sich Gewitterwolken bilden können. Nur gelegentlich sind Frontgewitter auch an Okklusionen (Zusammentreffen von Kalt- und Warmfront), selten an Warmfronten zu beobachten.
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