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LEXIKON

Gebärmutterkrebs

bösartige Tumorerkrankung, die vom Gebärmutterkörper oder vom Gebärmutterhals ausgehen kann; häufigste Krebserkrankung der weiblichen Geschlechtsorgane. Gebärmutterkörperkrebs (Korpuskarzinom, Endometriumkarzinom) kommt eher im höheren Lebensalter vor (am häufigsten zwischen dem 50. und 60. Lebensjahr), und zwar häufiger bei Frauen, die keine Kinder geboren haben. Langjährig erhöhte Konzentrationen des weiblichen Sexualhormons Östrogen, z. B. durch eine Hormonersatztherapie, erhöhen das Tumorrisiko. Frühformen dieser Tumorart werden nur selten bei der Krebsfrüherkennung erfasst. Ernst zu nehmen sind deshalb irreguläre Blutungen, die als erste Symptome gelten. Die Heilungsaussichten sind zu diesem Zeitpunkt noch verhältnismäßig günstig. Die Behandlung erfolgt möglichst durch operative Entfernung der Gebärmutter. Gebärmutterhalskrebs (Zervixkarzinom, Kollumkarzinom) tritt häufiger bei jüngeren Frauen auf und wird dann dank regelmäßiger Besuche beim Frauenarzt meist frühzeitig erkannt. Das Durchschnittsalter von Patientinnen mit einem Zervixkarzinom im Frühstadium liegt bei etwa 35 Jahren. Ab dem 60. Lebensjahr kommt es zu einer erneuten Zunahme der Erkrankungen. Ursächlich mit verantwortlich für die Krebsentstehung ist eine langjährige Infektion mit den sogenannten Humanen Papillomviren (HPV), die sehr verbreitet sind und beim Geschlechtsverkehr übertragen werden können. Damit ein Tumor entsteht, müssen weitere Faktoren hinzukommen, z. B. Rauchen oder Passivrauchen oder weitere Infektionen im Genitalbereich u. a.

Früherkennung

Da ein Gebärmutterhalskrebs im frühen Stadium keine Beschwerden verursacht, gibt es keine wirklich typischen Symptome. Andererseits können durch regelmäßige Vorsorgeuntersuchungen bereits Vorläuferstadien dieser Krebsform erkannt und geheilt werden. Deshalb sollte jede Frau die Früherkennungsprogramme (einmal jährlich) unbedingt nutzen. Warnsignale, die auf jeden Fall ärztlich abgeklärt werden sollten, können anhaltender Ausfluss, Blutungen nach Geschlechtsverkehr, außerhalb der Menstruation und nach den Wechseljahren oder auch Schmerzen im Kreuz- oder Beckenbereich sein. Seit 2006 existiert eine Impfung, die Schutz vor zwei Typen von HPV bietet, die 70% aller Fälle von Gebärmutterhalskrebs verursachen. Sie wird generell für Mädchen zwischen 12 und 17 Jahren empfohlen.
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