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LEXIKON

Gaswerk

Anlage zur Erzeugung von Stadtgas aus Gaskohle, Gasflammkohle oder Fettkohle. Die Kohle wird auf gleichmäßige Größe zerkleinert, in Entgasungskammern (Retorten) gefüllt und unter Luftabschluss 68 Stunden auf 11501250 °C erhitzt, wobei die flüchtigen Bestandteile als Rohgas entweichen. Die entgasten Kohlen (Gaskoks) werden aus den Retorten ausgestoßen und abgelöscht; sie dienen als Brennstoff. Aus dem Rohgas schlägt sich bei Abkühlung zunächst Teer ab (etwa 5% vom Kohlegewicht); nach Abkühlung auf etwa 1015 °C werden aus dem Rohgas der noch vorhandene nebelartige Teer durch Fliehkraftscheider entfernt und durch Wasserbrausen das enthaltene Ammoniak herausgewaschen (etwa 58 kg auf 1000 m3 Rohgas; Gaswasser). Überleiten über Raseneisenerz oder Eisenoxid befreit das Gas von mitgeführten Schwefelverbindungen; im Benzolwäscher werden Benzol, Toluol und Xylol ausgewaschen. Meist wird dem Stadtgas dann noch Wassergas oder Generatorgas zugeführt, um den Heizwert auf gleicher Höhe zu halten. In nassen oder Drehkolben-Gaszählern (Stationsgasmessern) wird die erzeugte Gasmenge gemessen, durch ein Gebläse in den Gasbehälter gedrückt und von dort über einen Druckregler in das Verteilungsnetz geschickt. Stadtgas wurde, soweit es möglich war, durch Ferngas ersetzt, dessen Erzeugung, unmittelbar am Standort der Kohle, aber meist billiger ist. Heute wird meistens Erdgas über große Entfernungen von den Fördergebieten bis in die Verbrauchszentren transportiert.
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