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LEXIKON

Finney

Albert, britischer Film- und Bühnendarsteller, * 9. 5. 1936 Salford, Lancashire; zahlreiche Erfolge auf der Bühne und im Film („Samstagnacht bis Sonntagmorgen“ 1960; „Tom Jones“ 1963; „Mord im Orientexpress“ 1974; „Erin Brockovich“ 2000; „Ein gutes Jahr“ 2006; „Tödliche Entscheidung“ 2007); auch Filmregisseur.
  • Deutscher Titel: Samstagnacht bis Sonntagmorgen
  • Original-Titel: SATURDAY NIGHT AND SUNDAY MORNING
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1960
  • Regie: Karel Reisz
  • Drehbuch: Alan Sillitoe
  • Kamera: Freddie Francis
  • Schauspieler: Albert Finney, Shirley Ann Field, Rachel Roberts, Norman Hossington, Hylda Baker
Der tschechische Regisseur Karel Reisz macht in Großbritannien Karriere mit Filmen in der Tradition des alltagsbezogenen, sozialkritischen »Free Cinema«. Vor allem im Entstehungsland wird »Samstagnacht bis Sonntagmorgen« bereits ein erfolgreicher Roman des Drehbuchautors Alan Sillitoe begeistert aufgenommen.
Der Film spielt im Arbeitermilieu der tristen Industriestadt Nottingham: Arthur, dargestellt von einem hervorragenden Albert Finney, nutzt die Wochenenden, um aus der Enge des Alltags auszubrechen. Er treibt sich herum, trinkt, schwängert die Frau eines Kollegen, schickt sie zur Abtreibung und wird von den Freunden des Kollegen zusammengeschlagen. Der »angry young man« ist unfähig, seinen wütenden Fluchten ein Ziel zu geben: Eine andere Geliebte will mit ihm ein kleinbürgerliches Glück aufbauen, für Arthur der Beginn eines ähnlich resignierenden Lebens wie das seines Vaters.
  • Deutscher Titel: Tom Jones Zwischen Bett und Galgen
  • Original-Titel: TOM JONES
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1963
  • Regie: Tony Richardson
  • Drehbuch: John Osborne
  • Kamera: Walter Lassally
  • Schauspieler: Albert Finney, Susannah York, Edith Evans, Hugh Griffith
  • Auszeichnungen: Oscars 1964 für Film, Regie, Drehbuch, Musik; Filmfestival Venedig für Darsteller (Albert Finney), British Academy Award für Film
Tom Jones (Albert Finney), unehelicher Sohn einer Dienstmagd im 18. Jahrhundert, kennt keine Hemmungen. Toms Allerliebste ist Sophie (Susannah York), die seinen hoch geborenen Halbbruder Bill (Hugh Griffith) heiraten soll. So wird sein Halbbruder zum Todfeind, und nach einer Zeit der Liebesfreuden, der Intrigen und Verfolgungen wird Tom beinahe hingerichtet. Weil aber Sophies Vater im letzten Augenblick zur Einsicht kommt, wird Tom gerettet und darf Sophie heiraten.
Mit großer Ausstattung, einem Hauptdarsteller in Hochform und einem erotischen Essen zu zweit wird das Spektakel der Kinoerfolg des Jahres. Regisseur Tony Richardson, einer der Begründer der britischen »Free-cinema«-Bewegung, dreht mit »Tom Jones« eine Parodie auf den klassischen Abenteuerfilm. Seine Inszenierung ist jedoch so temporeich und originell, dass diese Absicht einem großen Teil des Publikums nicht deutlich wird. Als Drehbuchautor gewann Richardson den Literaten John Osborne (* 1929).
  • Deutscher Titel: Mord im Orientexpress
  • Original-Titel: MURDER ON THE ORIENT EXPRESS
  • Land: GB
  • Jahr: 1974
  • Regie: Sidney Lumet
  • Drehbuch: Paul Dehn, nach dem Roman von Agatha Christie
  • Kamera: Geoffrey Unsworth
  • Schauspieler: Albert Finney, Lauren Bacall, Martin Balsam
  • Auszeichnungen: Oscar 1975 für Nebendarstellerin (Ingrid Bergman)
Der amerikanische Millionär Ratchett wird in einem Abteil des berühmten Orientexpresses ermordet aufgefunden. Der Täter muss einer der Passagiere sein, denn der Zug steckt im winterlichen Jugoslawien in einer Schneewehe fest. Zufällig ist der bekannte Detektiv Hercule Poirot unter den Reisenden und nimmt sich des komplizierten Falles an, der sich schließlich als Kollektivtat einer ganzen Reisegruppe entpuppt.
Erst 40 Jahre nach der Buchveröffentlichung (1934) gibt Autorin Agatha Christie den Stoff zur Verfilmung frei. Regisseur Sidney Lumet fängt die Atmosphäre der 30er Jahre überzeugend ein. Alle Stars der Film ist bis in die Nebenrollen hochkarätig besetzt erhalten individuelle und differenziert gestaltete Auftritte. Richard Widmark spielt das Mordopfer, die illustre Reisegesellschaft setzt sich u.a. aus Lauren Bacall, Martin Balsam, Sean Connery, Jacqueline Bisset, Vanessa Redgrave, Anthony Perkins, Michael York und Ingrid Bergman zusammen. Besonders Albert Finney trägt mit seiner karikierenden Darstellung des Hercule Poirot zur ironischen Note des Films bei.
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