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LEXIKON

Film

[englisch Häutchen]

Filmwirtschaft in Deutschland

In den 1970er Jahren geriet die herkömmliche Filmwirtschaft in der Bundesrepublik Deutschland in eine Krise. Die meisten der früheren Filmproduzenten stellten ihre Tätigkeit ein oder arbeiteten nur noch für das Fernsehen. Viele Filmverleiher mussten wegen wirtschaftlicher Schwierigkeiten das Verleihgeschäft aufgeben. Die Zahl der Filmtheater sank von 6950 im Jahr 1960 auf 3096 im Jahr 1976. Die Zahl der Kinobesuche ging von 818 Millionen im Jahr 1956 auf 115 Millionen im Jahr 1976 zurück. Die Hauptursachen für diesen Besucherschwund waren darin zu sehen, dass andere Freizeitbeschäftigungen attraktiver wurden als Filmkonsum und dass die Bedürfnisse nach Unterhaltung und Zerstreuung durch das Fernsehen bequemer und billiger befriedigt wurden. Nach einem leichten Aufwärtstrend von 1977 bis in die 1980er Jahre gingen in der Bundesrepublik Deutschland die Zahlen der Filmtheater (auf ca. 3200 im Jahr 1989) und der Kinobesuche (auf ca. 101 Millionen im Jahr 1989) weiter zurück. Im Zeitraum von 1980 bis 1989 stieg die Zahl der produzierten Spielfilme von 49 auf 68.
In der DDR gab es 1989 805 Filmtheater. Die Zahl der Kinobesuche lag bei rund 64,7 Millionen. Damit war der Filmbesuch relativ gesehen mehr als doppelt so hoch wie in der Bundesrepublik Deutschland. Gründe dafür waren die starke Subventionierung der Eintrittspreise sowie fehlende andere Unterhaltungsmöglichkeiten. Wie alle anderen Bereiche wurde auch der Film in der DDR staatlich gelenkt. Die politische Reglementierung der Produktionsgesellschaft DEFA erstreckte sich auf alle Bereiche des Filmschaffens. Nach der Wiedervereinigung 1990 erfolgte die Integration des monopolistischen DDR-Films in das marktwirtschaftliche System des Westens.
Von den Kinos in Deutschland arbeiten die meisten Erstaufführungstheater mit erheblichem Gewinn; die Nachaufführungstheater in Mittel- und Kleinstädten erwirtschaften häufig nur das Existenzminimum. Um der wachsenden Konkurrenz (Privatfernsehen, Pay-TV, Videotheken) auf dem Medienmarkt der 1990er Jahre zu begegnen, eröffneten die großen Filmtheatergesellschaften zunehmend luxuriöse Kinopaläste (Multiplex-Kinos) mit hohem Freizeitwert. 2006 konnten rund 136,7 Millionen Kinobesuche gezählt werden.
  1. Einleitung
  2. Technik
  3. Filmarten
  4. Herstellung eines Spielfilms
  5. Filmwirtschaft
  6. Filmproduktion
  7. Filmverleih
  8. Filmvorführung
  9. Filmwirtschaft in Deutschland
  10. Film als Kunstform
  11. Geschichte bis zum Ende des 2. Weltkriegs
  12. Geschichte nach dem 2. Weltkrieg
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