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LEXIKON

Farbstofftheorie

eine Theorie über Aufbau und Wirkung der Farbstoffe. Farbstoffe sind kompliziert gebaute organische Verbindungen, die nach der Theorie von O. Witt bestimmte Gruppen (Atomgruppierungen) in ihren Strukturformeln aufweisen müssen:
1. Chromophore Gruppen (Farbträger), z. B. die Azogruppe N=N, die Nitrogruppe NO2.
2. Chromogene Gruppen (Farberzeuger), meist aromatische Radikale (Benzolkern, Naphthalinkern u. a.), die durch den Einfluss der Chromophore farbig werden.
3. Auxochrome Gruppen (Farbverstärker), salzbildende Gruppen, z. B. die Hydroxylgruppe OH oder die Aminogruppe NH2.
4. Bathochrome Gruppen (Farbvertiefer), Substituenten oder Gruppen, die das Absorptionsgebiet des Farbstoffs in Richtung nach Rot verschieben.
5. Hypsochrome Gruppen (Farberhöher), Substituenten oder Gruppen, die das Absorptionsgebiet des Farbstoffs in Richtung nach Blau verschieben.
Moderne Anschauungen (Orbitaltheorie) lassen die Farbstofftheorie von O. Witt gelten, berücksichtigen jedoch, dass in den Farbstoffen die π-Elektronenwolken der Doppelbindungen nicht auf das Chromophor beschränkt bleiben, sondern durch Resonanz mit dem gesamten Farbstoffmolekül verbunden sind.
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