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LEXIKON

thik

Theologie
im Bereich der katholischen Kirche Moraltheologie genannt, die Wissenschaft, die das sittliche Wollen und Handeln des Menschen auf die christliche Offenbarung als letzte Begründungsinstanz zurückführt. Ursprünglich nur als philosophische Disziplin selbständig, ist die Ethik seit dem 17. Jahrhundert auch eine selbständige Disziplin der systematischen Theologie. Der Sache nach ist aber theologische Ethik so alt wie das Christentum. Ihre Anfänge sind dadurch gekennzeichnet, dass an die Stelle einer alles regelnden Gesetzesethik ein im Glauben ermöglichtes Sein in der Liebe tritt, das freisetzt zu eigener Entscheidung. Hier änderte sich jedoch schon früh wieder Entscheidendes: An die Stelle des nach dem Willen Gottes suchenden Glaubens traten wieder Gebot und Gesetz, Lohn- und Verdienstdenken. Aufs Ganze gesehen lassen sich vier Typen christlicher Gesetzesethik unterscheiden: Die Pflichtethik des Tertullian; die Güterethik Augustins, die nach dem höchsten Gut (lateinisch Summum Bonum) streben lässt; die Gesetzesethik der Scholastik mit einer breit ausgeführten Kasuistik; die Nachfolgeethik der Franziskaner, die eine Angleichung des Menschen an den erniedrigten Jesus anstreben. Luther sah die Ethik wieder in engem Zusammenhang mit dem die Liebe ermöglichenden Glauben. Die neuere Geschichte der theologischen Ethik ist durch ein Nebeneinander, Miteinander und Gegeneinander von Individualethik, Sozialethik und Situationsethik gekennzeichnet.
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