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LEXIKON

Ekel

  • Deutscher Titel: Ekel
  • Original-Titel: REPULSION
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1964
  • Regie: Roman Polanski
  • Drehbuch: Roman Polanski, Gérard Brach
  • Kamera: Gilbert Taylor
  • Schauspieler: Cathérine Deneuve, Yvonne Furneaux, Ian Hendry, John Fraser
  • Auszeichnungen: Silberner Bär Filmfestspiele Berlin 1965 für Film
Roman Polanski, eines der größten Regietalente, kommt aus seiner Heimat Polen nach England, wo er eine Reihe von Meisterwerken des europäischen Films inszeniert. »Ekel« zeigt die französische Starschauspielerin Cathérine Deneuve in der beklemmenden Rolle einer einsamen labilen Frau.
In einer Londoner Wohnung leben die ungleichen Schwestern Helen (Yvonne Furneaux) und Carol (Cathérine Deneuve) zusammen. Helen vergnügt sich in der Beziehung mit dem verheirateten Michel, die menschen- und männerscheue Carol arbeitet als Maniküre. Als Helen und ihr Liebhaber ans Meer fahren, verliert die einsame Schwester die Kontrolle über sich; sie wird arbeitsunfähig und schließt sich, von sexuellen Alpträumen geplagt, in der Wohnung ein. Sie erschlägt einen Freund, der ihr helfen will, und tötet den Hauswirt, der sich ihr gewaltsam nähert, auf grauenvolle Art mit einem Rasiermesser. Als Helen zurückkehrt, findet sie Carol am Ende ihrer geistigen und körperlichen Kraft vor.
Polanski dreht den Film als kühle Horrorstudie mit schockierenden Sequenzen von Gewalt und Angst. Dabei werden die Szenen nicht kommentiert, das Geschehen nicht analysiert: Der Zuschauer nimmt die verstörende Qualität durch die Kamera auf, die den Blickwinkel der labilen Protagonistin einnimmt. So wird Carols Ekel und Einsamkeit zur eigenen Angst, erscheint der Wahnsinn nicht als Einzelschicksal, sondern als Krankheit der Gesellschaft.
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