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LEXIKON

Eichinger

Bernd, deutscher Filmproduzent, * 11. 4. 1949 Neuburg an der Donau,  24. 1. 2011 Los Angeles; produzierte auch international erfolgreiche Fernseh- und Kinofilme, u. a. „Christiane F. Wir Kinder vom Bahnhof Zoo“ 1981; „Die unendliche Geschichte“ 1983; „Der Name der Rose“ 1986; „Letzte Ausfahrt Brooklyn“ 1989; „Salz auf unserer Haut“ 1991; „Das Geisterhaus“ 1993; „Der bewegte Mann“ 1994; „Fräulein Smillas Gespür für Schnee“ 1997; „Bin ich schön?“ 1998; „Der Untergang“ 2004; „Das Parfum“ 2006; „Der Baader Meinhof Komplex“ 2008; erstmals Regie bei „Der große Bagarozy“ 1999.
  • Deutscher Titel: Die unendliche Geschichte
  • Original-Titel: DIE UNENDLICHE GESCHICHTE
  • Land: Deutschland
  • Jahr: 1983
  • Regie: Wolfgang Petersen
  • Drehbuch: Wolfgang Petersen, Hermann Weigel, nach einem Roman von Michael Ende
  • Kamera: Jost Vacano
  • Schauspieler: Noah Hathaway, Barret Oliver, Patricia Hayes, Tami Stronach, Sidney Bromley
Wolfgang Petersen verfilmt in 1983 »Die unendliche Geschichte« die erste Hälfte des gleichnamigen Erfolgsromans von Michael Ende.
Erzählt wird die Geschichte des fantasiebegabten Jungen Bastian (Barret Oliver), der nach dem Tod seiner Mutter bei seinem Vater lebt. In einer Buchhandlung stiehlt Bastian eines Tages ein seltsames Buch, das ihn auf unerklärliche Weise fasziniert. Er versteckt sich auf dem Dachboden der Schule und beginnt zu schmökern: Er liest von der Bedrohung des Landes Fantasien, seiner Bewohner und der kindlichen Kaiserin (Tami Stronach), denn immer größere Stücke des Landes werden von einem unheilvollen Nichts verschluckt. Der Grund für die Katastrophe sind die vielen Menschen, die ihre Träume verlieren, aus denen Fantasien besteht. Der Junge Atreju (Noah Hathaway) soll helfen. Mehr und mehr wird Bastian in die Geschichte hineingezogen und sieht sich bald selbst als Teil der Handlung: Nur er kann das Reich der Kindlichen Kaiserin retten, indem er ihr einen neuen Namen gibt. Doch bevor das gelingt, erlebt er noch viele Abenteuer mit Fuchur, dem Glücksdrachen, und anderen sonderbaren Lebewesen.
Die bundesdeutsche Produktion knüpft in Aufwand und Machart an das große Hollywood-Kino an darauf verweisen u.a. die technisch perfekt gestalteten Fabelwesen. Regisseur Petersen zielt auch auf den amerikanischen Markt, um die hohen Kosten (rd. 60 Mio. DM) einspielen zu können. So versetzt das spannende Märchen kleine und große Betrachter in Staunen.
Der Film erreicht die Qualität der literarischen Vorlage nicht, Autor Michael Ende distanziert sich denn auch von der Produktion.
  • Deutscher Titel: Der Name der Rose
  • Original-Titel: DER NAME DER ROSE
  • Land: Deutschland
  • Jahr: 1986
  • Regie: Jean-Jacques Annaud
  • Drehbuch: Andrew Birkin, Gérard Brach, Howard Franklin, Alain Godard
  • Kamera: Tonnino Delli Colli
  • Schauspieler: Sean Connery, F. Murray Abraham, Christian Slater, Elya Baskin
  • Auszeichnungen: César 1987 für ausländischen Film
Regisseur Jean-Jacques Annaud (»Am Anfang war das Feuer«, 1981) unternimmt in »Der Name der Rose« erfolgreich den Versuch, ein Stück der mittelalterlichen Geschichte detailgetreu zu rekonstruieren. Die Umsetzung der sehr verschachtelten, gleichnamigen Romanvorlage von Autor Umberto Eco gelingt auf ebenso spannende wie unterhaltsame Art: Das 46-Millionen-DM-Projekt von Produzent Bernd Eichinger, dessen Innenaufnahmen z.T. in der ehemaligen Zisterzienserabtei in Eberbach gedreht werden, wird einer der erfolgreichsten Filme des Jahres.
Die Geschichte wird rückblickend erzählt. Im Jahr 1397 besuchen der Franziskanermönch William von Baskerville (Sean Connery) und sein Adlatus Adson von Melk (Christian Slater) eine Benediktinerabtei in den einsamen Hängen des Appenin in Norditalien. Sie sind in kirchlicher Mission unterwegs, um eine theologische Disputation vorzubereiten. Zwischen päpstlichen Legaten und Franziskanern soll die Frage nach der Rolle der Kirche zwischen weltlichen Machtansprüchen, dem Sammeln irdischer Reichtümer und dem christlichen Armutsgelübde diskutiert werden. Doch bevor sie mit ihren Vorbereitungen beginnen können, wird die klösterliche Ruhe durch einige rätselhafte Todesfälle erschüttert. William macht sich auf Spurensuche: Es wird den beiden Gästen sehr bald klar, dass hinter der gläubigen Fassade der Gemeinschaft mysteriöse, unheilvolle Dinge passieren und die Mönche keines natürlichen Todes gestorben sind. Das Geheimnis scheint in der Bibliothek der Abtei zu liegen. Doch bevor William das Rätsel lösen kann, trifft die Delegation des Papstes ein. Zu ihr gehört auch der gefürchtete Inquisitor Bernardo Gui (F. Murray Abraham), der nun die Aufklärung der Morde in seine Hände nimmt. Er überführt drei vermeintliche Ketzer, die nach der Folter auch geständig sind. Der Inquisitor verurteilt die drei zum Tode auf dem Scheiterhaufen.
Doch während die Feuer entzündet werden, findet William in der Bibliothek die Lösung des Rätsels. Der greise Bibliothekar Jorge steckt hinter den Morden: Er hat ein Buch mit Gift präpariert: Jorge sieht in dem Exemplar der Poetik des Aristoteles über die befreiende Kraft des Lachens eine Gefahr für den wahren Glauben. Jeder, der in dem Buch las, wurde beim Umblättern mit dem angefeuchteten Finger vergiftet. Bei dem Handgemenge zwischen den beiden Männern gerät die Bibliothek in Brand, Jorge stirbt in den Flammen.
Das Gebäude brennt bis auf die Grundmauern nieder. Der Inquisitor Bernardo Gui wird von einer aufgebrachten Menge getötet. Ein Bauernmädchen, das ebenfalls als Ketzerin verurteilt worden war, kann sich aus den Flammen retten. An all diese Begebenheiten erinnert sich der alt gewordene Adson, der die Geschichte erzählt.
  • Deutscher Titel: Das Geisterhaus
  • Original-Titel: DAS GEISTERHAUS
  • Land: Deutschland
  • Jahr: 1993
  • Regie: Bille August
  • Drehbuch: Bille August, nach einem Roman von Isabel Allende
  • Kamera: Jörgen Persson
  • Schauspieler: Jeremy Irons, Meryl Streep, Winona Ryder, Glenn Close
»Das Geisterhaus« ist die filmische Adaption der gleichnamigen Familienchronik von Isabel Allende. Nach Ansicht der Kritiker heben auch die zahlreichen Leinwandgrößen neben den Stars Meryl Streep, Jeremy Irons und Glenn Close sind in Nebenrollen u.a. Antonio Baderas, Vanessa Redgrave und Armin Mueller-Stahl zu sehen die Qualität des Films nicht an; das dichte Format der Vorlage wird nicht erreicht.
»Das Geisterhaus« erzählt über einen Zeitraum von 50 Jahren von dem bewegten Schicksal einer chilenischen Bürgerfamilie bis zum Militärputsch 1973. Der Film reiht aber nur Geschehnisse aneinander, wo das Buch in Fabulierlust schwelgt. Die Darstellung der mystischen Ereignisse und der Bedrohung durch die politischen Veränderungen wirkt in den zu Inhaltsangaben komprimierten Episoden z.T. konstruiert.
Der von dem dänischen Regisseur Bille August für den deutschen Produzenten Bernd Eichinger hergestellte Film erreicht trotz kritischer Stimmen in Deutschland ein großes Publikum.
  • Deutscher Titel: Der bewegte Mann
  • Land: Bundesrepublik Deutschland
  • Jahr: 1994
  • Regie: Sönke Wortmann
  • Drehbuch: Sönke Wortmann nach den Comics von Ralf König
  • Kamera: Gernot Roll
  • Schauspieler: Armin Rohde, Til Schweiger, Katja Riemann, Joachim Król
Abermals eine Komödie des erfolgreichen deutschen Jung-Regisseurs (»Kleine Haie«), die nach den Comic-Vorlagen »Der bewegte Mann« und »Pretty Baby« von Ralf König entstand. Im Mittelpunkt steht die kriselnde Beziehung zwischen Axel und Doro (Til Schweiger, Katja Riemann), die an Axels zahlreichen »Seitensprüngen« zerbricht. Der hinausgeworfene »Lover« zieht bei seinem homosexuellen Freund Norbert (Joachim Król) ein, der in ihm aber mehr als nur einen Wohnungsgenossen sehen will. Die Schwangerschaft von Doro bringt sie und Axel aber doch noch vor den Traualtar. Nun in der Ehe vereint, fragt sich Doro, ob zwischen Axel und Norbert sowie dessen Freund Walter (Rufus Beck) »etwas gelaufen ist«. Nachdem sie sich zunächst von Axels »Unschuld« überzeugen hat lassen, erwischt sie ihn aber schließlich eines Tages als Nacktmodell bei Norbert und ist zur Scheidung entschlossen.
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