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LEXIKON

Der Stadtneurotiker

  • Deutscher Titel: Der Stadtneurotiker
  • Original-Titel: ANNIE HALL
  • Land: USA
  • Jahr: 1977
  • Regie: Woody Allen
  • Drehbuch: Woody Allen, Marshall Brickman
  • Kamera: Gordon Willis
  • Schauspieler: Woody Allen, Diane Keaton, Tony Roberts, Carol Kane
  • Auszeichnungen: Oscars 1978 für Film, Regie, Drehbuch, Hauptdarstellerin (Diane Keaton)
Mit Alvy Singer betritt eine Figur die Leinwand, der Woody Allen in vielen seiner folgenden Filme treu bleiben wird: »Der Stadtneurotiker«.
Alvy Singer (Woody Allen) lebt in New York, ist 42 Jahre und erfolgreicher Komiker im Fernsehen. In seinem Privatleben jedoch herrscht Chaos gerade erst hat ihn seine Freundin Annie Hall (Diane Keaton) verlassen. In Rückblenden erinnert sich Alvy an seine große Liebe und sucht Gründe für ihr Scheitern, speziell in seiner trüben Kindheit und in seinen komplizierten Frauen-Beziehungen. Dabei wendet sich Allen als Alvy häufig direkt an die Zuschauer und erzählt mit Ironie und bissigem Wortwitz vom Elend der Intellektuellen, das in dem Satz mündet: »Man kann als Intellektueller absolut brillant sein, ohne auch nur die geringste Ahnung zu haben.«
Der kauzige, melancholische und depressive Intellektuelle, der im Dschungel von Manhattan hemmungslos seine Macken kultiviert, ist das Alter ego des Regisseurs: Nach den Albereien, dem Slapstick und der Parodie seiner frühen Filme ist Allen endlich bei sich selbst angekommen. Autobiografische Elemente aus seiner Kindheit als Sohn jüdischer Kleinbürger in Brooklyn finden sich ebenso wieder wie seine langjährigen Erfahrungen mit der Psychoanalyse und seine Erlebnisse als Entertainer.
»Der Stadtneurotiker« wird überraschend mit vier Oscars ausgezeichnet. Doch bei der 50. Verleihung des Academy Award glänzt Allen, der nie ein Hehl aus seiner Verachtung für Hollywood gemacht hat, durch Abwesenheit. Mit Einnahmen in Höhe von 25 Mio. US-Dollar ist der Film Allens kommerziell erfolgreichstes Werk.
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