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LEXIKON

Deneuve

[
dəˈnœ:v
]
Cathérine, eigentlich C. Dorléac, französische Schauspielerin, * 22. 10. 1943 Paris; wurde von R. Vadim für den Film entdeckt; erfolgreich u. a. in „Die Regenschirme von Cherbourg“ 1963; „Ekel“ 1965; „Belle de jour“ 1967; „Das Geheimnis der falschen Braut“ 1969; „Tristana“ 1970; „Die letzte Metro“ 1980; „Indochine“ 1992; „Place Vendôme“ 1998; „Pola X“ 1999; „Dancer in the Dark“ 2000; „8 Frauen“ 2002; „Le héros de la famille“ 2006.
Deneuve, Catherine
Catherine Deneuve
  • Deutscher Titel: Belle de jour Schöne des Tages
  • Original-Titel: BELLE DE JOUR
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1967
  • Regie: Luis Buñuel
  • Drehbuch: Luis Buñuel, Jean-Claude Carrière, nach dem Roman von J. Kessel
  • Kamera: Sacha Vierny
  • Schauspieler: Cathérine Deneuve, Jean Sorel, Pierre Clémenti, Michel Piccoli
  • Auszeichnungen: Goldener Löwe Filmfestival Venedig 1967 für Film
In »Belle de Jour Schöne des Tages« befasst sich Luis Buñuel, der Altmeister des surrealistischen Kinos, einmal mehr mit der Doppelbödigkeit der bürgerlichen Gesellschaft.
Séverine (Cathérine Deneuve) ist die Ehefrau des angesehenen Arztes Pierre (Jean Sorel). Sie betätigt sich heimlich nachmittags als Nobelprostituierte. Indirektes Resultat ihres Doppellebens ist der Anschlag eines Dritten auf Pierre, der erblindet und gelähmt fortan von Séverine gepflegt wird.
Buñuel setzt immer wieder übergangslos Versatzstücke aus Traum, Vorstellung und Realität nebeneinander. Der Film erzielt seine surreale Wirkung dabei ohne großen technischen Aufwand.
Catherine Deneuve, die 1969/70 einen weiteren Film mit Buñuel dreht (»Tristana«), zeigt sich als Séverine nach außen hin als Muster einer kühlen, unbewegten Großbürgersfrau. Umso frappierender ist der Kontrast zu ihrer darunter verborgenen Lasterhaftigkeit.
  • Deutscher Titel: Die letzte Metro
  • Original-Titel: LE DERNIER METRO
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1980
  • Regie: François Truffaut
  • Drehbuch: François Truffaut, Suzanne Schiffman
  • Kamera: Nestor Almendros
  • Schauspieler: Cathérine Deneuve, Gérard Depardieu, Jean Poiret, Andréa Ferréol, Heinz Bennent
Der Film spielt vor dem Hintergrund der deutschen Besatzung Frankreichs im Zweiten Weltkrieg. Die Schauspielerin Marion Steiner (Cathérine Deneuve) hat von ihrem Mann die Leitung des Theaters Montmatre übernommen. Die Öffentlichkeit glaubt den deutschen Juden Lucas Steiner im südamerikanischen Exil, doch er versteckt sich im Keller des Theaters und versorgt seine Frau mit Anweisungen für ein neues Stück. Für diese Inszenierung wird auch der Nachwuchsschauspieler Bernard
Gran
ger (Gérard Depardieu) engagiert, der sich umgehend in Marion Steiner verliebt.
Truffaut erzählt nicht nur eine Dreiecksgeschichte, sondern behandelt auch die Thematik des menschlichen Verhaltens in Konfrontation mit dem Faschismus, vom offenen Widerstand bis zur inneren Emigration.
  • Deutscher Titel: Pola X
  • Original-Titel: POLA X
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1999
  • Regie: Léos Carax
  • Drehbuch: Jean-Paul Fargeau
  • Kamera: Eric Gautier
  • Schauspieler: Guillaume Depardieu, Cathérine Deneuve, Delphine Chuillot, Katerina Golubeva
An dem 1852 erschienenen Roman »Pierre, Or The Ambiguities« des US-Amerikaners Herman Melville orientiert sich Leos Carax in seinem Film »Pola X«. Wie Melvilles ist auch sein Protagonist Valombreux, verkörpert von Guillaume Dépardieu, ein junger Schriftsteller, der seiner verwitweten Mutter (Cathérine Deneuve) zärtlich zugetan ist und sich mit ihrer Billigung mit der schönen und reinen Lucie (Delphine Chuillot) verbunden hat, bis er in die Fänge der dunkelhaarigen Isabelle (Katherina Golubeva) gerät, die behauptet, die uneheliche Tochter seines Vaters, also seine Halbschwester zu sein. Während Carax seinen Helden als engelhafte Lichtgestalt in hinreißenden, sanften Farben mit raffinierten Kamerafahrten umspielt, bleibt dessen Abtauchen in die inzestuöse Düsternis optisch eine bloße Behauptung: Weder seine Nöte als Schriftsteller noch seine Verzweiflung über die Bindung an Isabelle werden überzeugend ins Bild gesetzt. So gleicht der Film auch in dieser Hinsicht der literarischen Vorlage, die mit ihrer unausgegorenen Handlung und den sprachlichen Manierismen zu den schwächeren Werken Melvilles gehört.
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