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LEXIKON

De Niro

[dəˈnairɔu]
Robert, US-amerikanischer Schauspieler, Regisseur und Produzent, * 17. 8. 1943 New York; entwickelte sich durch die Darstellung gesellschaftlicher Außenseiter zum internationalen Leinwandstar mit breitem Rollenspektrum; erfolgreich u. a. in „Der Pate II“ 1974; „Taxi Driver“ 1976; „1900“ 1976; „Die durch die Hölle gehen“ 1978; „Wie ein wilder Stier“ 1980; „Es war einmal in Amerika“ 1984; „Good Fellas“ 1990; „Kap der Angst“ 1991; „Casino“ 1995; „Jackie Brown“ 1997; „Meine Braut, ihr Vater und Ich“ 2000; „Showtime“ 2002; „Meine Braut, ihre Schwiegereltern und ich“ 2004; „Der gute Hirte“ 2006 (auch Regie).
De Niro, Robert
Robert DeNiro
  • Deutscher Titel: Taxi Driver
  • Original-Titel: TAXI DRIVER
  • Land: USA
  • Jahr: 1976
  • Regie: Martin Scorsese
  • Drehbuch: Paul Schrader
  • Kamera: Michael Chapman
  • Schauspieler: Robert De Niro, Jodie Foster, Harvey Keitel
  • Auszeichnungen: Goldene Palme Filmfestspiele Cannes 1976 für Film
Zahlreiche Filme der 70er Jahre zeigen einen deutlichen Trend zur erhöhten Gewaltbereitschaft und bieten sie als Konfliktlösung an. Ob ein Polizist gegen Kleinkriminelle und Drogensüchtige vorgeht (»Brennpunkt Brooklyn«, 1971) oder ein Mann einen privaten Rachefeldzug gegen Gewaltverbrecher startet (»Ein Mann sieht rot«, 1974) biedere Bürger setzen sich auf eigene Faust gegen eine bedrohliche Welt zur Wehr, in der die Staatsorgane offenbar nicht mehr Herr der Lage sind. Die Filmindustrie trifft damit einen Nerv der Zeit, wie die Kassenerträge zeigen. Scorseses »Taxi Driver« integriert ein weiteres amerikanisches Moment: das Vietnamkrieg-Trauma.
Travis Bickle (Robert De Niro) ist Taxifahrer in New York. Er hat sich freiwillig für die Nachtarbeit gemeldet, da er aufgrund seiner Vietnam-Erlebnisse ja »doch nicht schlafen kann«. So erlebt Travis jede Nacht die Schattenseiten der Gesellschaft: Gewalt auf den Straßen, Prostitution und Kriminalität. Angewidert von diesem Großstadtsumpf glaubt Travis etwas unternehmen zu müssen. Er rüstet sich mit einem ganzen Arsenal von Waffen aus und macht schon bald davon in einem persönlichen Rachefeldzug Gebrauch: Er befreit die Prostituierte Iris von ihrem Zuhälter und erschießt ihn und weitere Männer in ihrer Umgebung. Die Zeitungen feiern ihn als Helden.
De Niro lehnt für die Rolle des isolierten Amokläufers einige einträgliche Angebote ab und begnügt sich mit 35 000 US-Dollar Gage.
  • Deutscher Titel: Wie ein wilder Stier
  • Original-Titel: RAGING BULL
  • Land: USA
  • Jahr: 1980
  • Regie: Martin Scorsese
  • Drehbuch: Paul Schrader, Mardik Martin, nach der Autobiografie von Jake La Motta
  • Kamera: Michael Chapman
  • Schauspieler: Robert De Niro, Cathy Moritary, Joe Pesci, Frank Vincent
  • Auszeichnungen: Oscar 1981 für Hauptdarsteller (Robert De Niro) und Schnitt, Golden Globe 1980 für Darsteller
Um das Leben des Boxers und ehemaligen Mittelgewichts-Weltmeisters Jake La Motta dreht sich Martin Scorseses Meisterwerk »Wie ein wilder Stier«, das die Kritiker bald als den besten Film der 80er Jahre feiern. Nach der Autobiografie Jake La Mottas zeigt der Regisseur nicht nur den Aufstieg des Boxers, sondern vor allem seinen Absturz, Verfall und sein jämmerliches Ende.
Für Scorsese ist das Boxen eine Metapher für den Lebenskampf: »Es ist ein Film über das Kämpfen, über den Kampf ums Leben, um Liebe, ums Dasein. Es gibt keinen Unterschied zwischen dem Verhalten im Boxring und dem in der Küche oder im Schlafzimmer.«
La Motta (Robert De Niro), der den Beinamen »Raging Bull« trägt, weil er ohne Rücksicht auf Verluste kämpft, ist auch im Privatleben kein einfacher Mensch. Nach dem Scheitern der ersten Ehe heiratet er die hübsche Vicky, doch die Eifersucht wird sein schlimmster Gegner. Auch seine Versuche, sich von der Box-Mafia und seinem Manager (Joe Pesci) zu lösen, scheitern: Er muss sich auf ihre Machenschaften einlassen, um zu den Meisterschaftskämpfen zugelassen zu werden. Nach dem Gewinn des WM-Titels beginnt sein Abstieg: Er trainiert nicht mehr, wird immer fetter und verliert den Titel. Er eröffnet einen Nachtclub, wird endgültig von seiner Frau verlassen und kommt wegen Verführung Minderjähriger ins Gefängnis. Verarmt landet er als aufgedunsener Entertainer in schlechten Clubs.
Scorsese dreht den Film überwiegend in Schwarzweiß, wobei er farbige Videoaufnahmen von den wichtigsten Familienereignissen einfügt. Dieses Verfahren sichert zusätzliche Authentizität. Für die Box-Szenen, die im Film nur etwa neun Minuten ausmachen, werden zehn Wochen Drehzeit benötigt. Die Kamera bewegt sich mit den Kämpfern im Ring und erweckt das Gefühl direkter Beteiligung.
Das Bemerkenswerteste an diesem Film ist jedoch De Niros Vorbereitung auf seine Rolle: Er trainierte ein Jahr lang täglich mit Jake La Motta und war schließlich so fit, dass er zwei Mittelgewichts-Kämpfe gewann. In drei Monaten legte er zudem 50 Pfund zu, um den verfetteten alten La Motta überzeugend darstellen zu können. Die intensive Vorbereitung ist inzwischen zu seinem Markenzeichen geworden, zu bewundern auch in »Taxi Driver« (1975) oder »New York, New York« (1977), beide Filme mit Scorsese als Regisseur.
Die Boxer-Biografie ist das Gegenstück zu »Rocky« (1976), der vor drei Jahren zum Überraschungserfolg wurde: Während Rocky (Sylvester Stallone) den amerikanischen Traum illustriert, wird er von Scorsese demontiert.
  • Deutscher Titel: Es war einmal in Amerika
  • Original-Titel: ONCE UPON A TIME IN AMERICA
  • Land: USA
  • Jahr: 1984
  • Regie: Sergio Leone
  • Drehbuch: Sergio Leone, Leonardo Benvenuti, Piero De Bernardi, Enrico Medioli, Franco Arcalli, Franco Ferrini, nach einem Roman von Harry Grey
  • Kamera: Tonino Delli Colli
  • Schauspieler: Robert De Niro, James Woods, Elizabeth McGovern, Larry Rapp, Tuesday Weld, William Forsythe, James Hayden, Joe Pesci
Sergio Leones über dreieinhalbstündiges Epos erzählt die Geschichte des Gangsters Noodles (Robert De Niro), der in den 20er Jahren mit kleinen Gaunereien seine »Karriere« startet. Mit drei Jugendlichen gründet er eine Bande, die Betrunkene überfällt und kleine Händler erpresst. Nach einem Mord kommt er ins Gefängnis; zehn Jahre später trifft er seinen Freund und Partner Max (James Woods) und die anderen Kumpel wieder. Max hat die Zeit der Prohibition gut genutzt und betreibt ein lukratives Geschäft mit geschmuggeltem Alkohol; auch verfügt er über beste Kontakte zum organisierten Verbrechen. Die Bande bereitet derzeit einen Überfall auf die Federal Reserve Bank vor. Bevor es dazu kommt, werden sie an die Polizei verraten. In der Zeitung liest Noodles, dass die Polizei drei der Gangster erschossen hat. Er flieht und ändert seine Identität.
35 Jahre später kehrt Noodles an den Ort des Geschehens zurück. Er stellt fest, dass sein Freund Max noch lebt und inzwischen zum Staatssekretär aufgestiegen ist.
Leone arbeitet mit einer komplizierten Erzählstruktur, die auf verschiedenen Handlungsebenen und in nicht leicht durchschaubaren, verschachtelten Rückblenden die Jahre 1922, 1933 und 1968 umfasst. Die opulenten, poetischen Bilder und die dichte Inszenierung lassen ein verklärtes Bild amerikanischer Geschichte entstehen.
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