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LEXIKON

De Mille

[
dəˈmil
]
DeMille
Cecil Blount, US-amerikanischer Filmregisseur und -produzent, * 12. 8. 1881 Ashfield,  21. 1. 1959 Hollywood; inszenierte die ersten Großfilme und entwickelte den sog. Monumentalfilmstil, z. B. „Die zehn Gebote“ 1923 (neu verfilmt 1956); „Cleopatra“ 1934; „Samson und Delilah“ 1949.
De Mille, Cecil Blount
Cecil Blount De Mille
  • Deutscher Titel: Cleopatra
  • Original-Titel: CLEOPATRA
  • Land: USA
  • Jahr: 1934
  • Regie: Cecil B. De Mille
  • Drehbuch: Waldemar Young, Vincent Lawrence
  • Kamera: Victor Milner
  • Schauspieler: Claudette Colbert, Henry Wilcoxon, Warren William, Gertrude Michael;
  • Auszeichnungen: Oscar 1935 für Kamera
Am 24. 7. 1934 erlebt Hollywood die Premiere des Monumentalfilms »Cleopatra« von Regisseur Cecil B(lount) De Mille, dem Meister opulenter Leinwandepen mit spektakulären Massenszenen.
De Mille interessiert sich vor allem für das aufregende Liebesleben der ägyptischen Königin (6930 v.Chr.): Cleopatra (Claudette Colbert) ist eine Art »Vamp der Antike«, sie liebt zuerst den römischen Feldherrn Cäsar (Warren William), nach dessen Tod den Feldherrn Marc Anton (Henry Wilcoxon), den sie für ihre Zwecke einspannen kann. Nach der Niederlage der Ägypter gegen den römischen Feldherrn Oktavian (Ian Keith) begeht die Königin Selbstmord.
Der Produzent und Regisseur De Mille gehört zu den »Vätern« der Filmmetropole Hollywood. Er führte bei »The Squaw Man« (1913) erstmals Regie und arbeitete bis 1932 (Vertrag bei der Paramount) als unabhängiger Produzent und Regisseur, der seine Filme vor allem über die Paramount Pictures vertrieb. In »Carmen« (1915) realisierte er erstmals großen Massenszenen, die später für ihn bezeichnend wurden.
Wesentliche inhaltliche Anregungen zieht De Mille aus der Bibel. Zu seinen Monumentalfilmen, die ihn als Meister effektvoller Kinounterhaltung mit historischer Themenstellung ausweisen, gehören neben »Cleopatra« u.a. noch »Die zehn Gebote« (1923, Remake 1965), »Die Wolgaschiffer« (1927), »König der Könige« (1927), »Im Zeichen des Kreuzes« (1932), »Die Kreuzritter« (1935), »Die Frau gehört mir« (1939), »Samson und Delilah« mit Victor Mature und Hedy Lamarr in den Hauptrollen.
Bei insgesamt 70 Filmen führt der politisch konservative De Mille Regie. Als Inbegriff des Hollywood-Showmans tritt er aber auch oftmals in Gastrollen in Filmen der Paramount-Filmgesellschaft auf, so z.B. in »Boulevard der Dämmerung«.
Die Geschichte um Cleopatra, die schon seit dem Mittelalter immer wieder Dichter und Komponisten angeregt hatte, wird 30 Jahre später von Joseph L. Mankiewicz mit Elizabeth Taylor und Richard Burton in den Hauptrollen nochmals verfilmt.
  • Deutscher Titel: Samson und Delilah
  • Original-Titel: SAMSON AND DELILAH
  • Land: USA
  • Jahr: 1949
  • Regie: Cecil B. De Mille
  • Drehbuch: Jesse Lasky jr.
  • Kamera: George Barnes
  • Schauspieler: Hedy Lamarr, Victor Mature, George Sanders
  • Auszeichnungen: Oscar 1951 für Farbfilm-Kostüme und Farbfilm-Ausstattung
»Samson und Delilah« von Cecil B. De Mille ist der Auftakt zur Ära der aufwändigen und teuren Historienfilme in Technicolor.
In Anlehnung an das Alte Testament erzählt der Film die Geschichte von der Rache des Fürsten Samson, den seine Geliebte Delilah an die Philister verraten hat. Die wichtigste Rolle spielen aber nicht die Schauspieler sondern die Kulisse, die Kostüme und die Farbregie.
Eigentliche Ursache für die nun beginnenden »Technicolorschlachten« Hollywoods ist die Finanzkrise der Filmkonzerne durch das kommerzielle Fernsehen. Die Gigantenfilme bieten dem Publikum echte Lichtspielerlebnisse im Vergleich zu den kleinformatigen Schwarzweiß-Bildröhren des heimischen Fernsehers. Im Übrigen stellen Geschichten, die aus der Bibel oder klassischen Sagen entlehnt sind (»Sandalenfilme«), keine politischen Reibungsflächen dar ein Umstand, der für die Produzenten in der McCarthy-Ära mit ihrer Kommunistenangst und antiliberalen Grundhaltung eine wichtige Rolle spielt. Absoluter Gipfelpunkt dieser monumentalen Prunkfilme ist William Wylers »Ben Hur« (1959) mit über 50 000 Komparsen.
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