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LEXIKON

Dalị́

Salvador, eigentlich Salvator Felipe Jacinto Dalí y Domenech, spanischer Maler, * 11. 5. 1904 Figueras, Katalonien,  23. 1. 1989 Figueras. Beeinflusst vom Futurismus (C. Carrà), Kubismus (J. Gris), der Pittura metafisca (G. de Chirico) und der Psychoanalyse S. Freuds, schloss sich Dali 1929 der surrealistischer Bewegung an und entwickelte einen eigenwilligen, durch Detailtreue und surrealistische Ineinanderspiegelungen gekennzeichneten Stil, der die absurd anmutende Bilderwelt von Träumen wiedergibt. Die Grundlage seines künstlerischen Schaffens war die von ihm entwickelte „paranoid-kritische Methode“, die es ihm ermöglichte, sich in tranceartige, „paranoische“ Zustände zu versetzen und die dabei erlebten traumhaften Bildvisionen abzubilden. Dalí schuf außer Gemälden auch Schmuck- und Möbelentwürfe, Ballettausstattungen und Buchillustrationen. Er drehte mit L. Buñuel die surrealistischen Filme „Ein andalusischer Hund“ und „LAge dOr“. Autobiografie: „Das geheime Leben des Salvador Dalí“ 1942. Hptw.: „Die Beständigkeit der Erinnerung“ 1931, New York, Museum of Modern Art; „Weiche Konstruktion mit gekochten Bohnen, Vorahnung des Bürgerkriegs“ 1936, Philadelphia, Museum of Art; „Brennende Giraffe“ 19361937, Basel, Kunstmuseum; „Traum verursacht durch der Flug einer Biene“ 1944, Madrid, Sammlung Thyssen-Bornemisza; „Die Versuchung des Heiligen Antonius“ 1946, Brüssel, Musées Royaux des Beaux-Arts.
  • Deutscher Titel: Ein andalusischer Hund
  • Original-Titel: UN CHIEN ANDALOU
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1928
  • Regie: Luis Buñuel, Salvador Dalí
  • Drehbuch: Luis Buñuel
  • Kamera: Albert Dubergen
  • Schauspieler: Simone Mareuil, Pierre Batcheft, Salvador Dalí, Luis Buñuel
Nach der Uraufführung von »Ein andalusischer Hund«, unter der gemeinsamen Regie von Luis Buñuel und Salvador Dalí entstanden, geht ein Aufschrei der Entrüstung durch die Kinowelt: Nie zuvor hat es Bilder von derartiger Grausamkeit auf der Kinoleinwand gegeben.
Der 20-Minuten-Film reiht nach Art freier Assoziationen ein Bild an das Nächste: In der Anfangssequenz wird in Großaufnahme das Auge eines Mädchens mit einer Rasierklinge zerschnitten eine der berüchtigsten Szenen der Filmgeschichte überhaupt. Aus der Hand eines Mannes quellen wimmelnde Ameisen. Zwei Priester sind an ein Seil gefesselt, an dem ein mit verwesenden Eselskadavern gefüllter Flügel befestigt ist.
Die zahlreichen, u.a. psychoanalytischen Deutungsversuche von Kritikern bleiben zweifelhaft, da Buñuel und Dalí im Vorspann ausdrücklich die Irrationalität und Zufälligkeit ihrer Bilder betonen. Der Film ist eher eine visuelle Provokation, ein Frontalangriff auf vertraute Zusammenhänge.
Da Buñuel bewusst auf Tricktechnik verzichtet, die bei der Film-Avantgarde sonst oft zum Einsatz kommt, spiegeln seine Bilder um so deutlicher das Schreckliche im scheinbar Normalen wider. Dadurch entsteht der für Buñuels Filmschaffen typische surrealistische und sadistische Stil.
Das Entsetzen, mit dem Publikum und ein Teil der Kritik den Film quittieren, bestätigt Buñuel in seinen Ansichten über das Eingebundensein des Menschen in der fest gefügten Gesellschaft. Für die Kunstkenner, die sich an der surrealistischen Bildsprache des »andalusischen Hundes« begeistern, hat der 28jährige Provokateur nur Verachtung übrig: »Der dumme Haufen findet schön und poetisch, was eine verzweifelte und leidenschaftliche Aufforderung zum Mord ist.« Viele spätere Filme beziehen sich auf dieses frühe Werk des surrealistischen Kinos.
  • Deutscher Titel: Das goldene Zeitalter
  • Original-Titel: L„AGE D„OR
  • Land: Frankreich
  • Jahr: 1930
  • Regie: Luis Buñuel
  • Drehbuch: Luis Buñuel, Salvador Dalí
  • Kamera: Albert Dubergen
  • Schauspieler: Gaston Modot, Lya Lys, Max Ernst
Der spanische Regisseur Luis Buñuel zeigt in seinem Film ein Liebespaar, das der bürgerlichen Gesellschaft den Krieg erklärt, weil es seine Zuneigung nicht ungestört ausleben kann. Mit dieser Geschichte von einer Liebe gegen alle Konventionen fordert Buñuel die bestehende Ordnung heraus: Ein Mann gibt seiner Gastgeberin eine Ohrfeige, weil sie einen Tropfen Wein auf seinem Anzug verschüttet hat, ein Vater erschießt seinen Sohn, weil er ihn beim Zigarettendrehen stört. Dabei werden diese Spielszenen immer wieder durch Dokumentaraufnahmen aus der Wochenschau oder Sequenzen eines Tierfilms über Skorpione unterbrochen. Buñuels Absicht, mit »diesem Film einen Skandal herbeizuführen«, erfüllt sich: Nach kurzer Vorführungszeit im Pariser Avantgarde-Kino »Studio 28« wird der Film verboten.
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