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LEXIKON

Curtiz

[
ˈkə:tis
]
Michael, eigentlich Mihály Kertész, US-amerikanischer Filmregisseur ungarischer Abstammung, * 24. 12. 1888 Budapest,  11. 4. 1962 Hollywood; drehte weit über 100 Filme und gilt als Musterbeispiel des in allen Gattungen versierten Hollywood-Regisseurs; Regie u. a. bei „Unter Piratenflagge“ 1935; „Robin Hood, der König der Vagabunden“ 1938; „Casablanca“ 1942 (mit H. Bogart und I. Bergman); „Weiße Weihnachten“ 1954;
„Wir sind keine Engel“ 1955; „Mein Leben ist der Rhythmus“ 1958;
„Die Comancheros“ 1961.
  • Deutscher Titel: Casablanca
  • Original-Titel: CASABLANCA
  • Land: USA
  • Jahr: 1942
  • Regie: Michael Curtiz
  • Drehbuch: Julius J. und Philip G. Epstein, Howard Koch
  • Kamera: Arthur Edeson
  • Schauspieler: Humphrey Bogart, Ingrid Bergman, Paul Henreid, Claude Rains, Conrad Veidt, Peter Lorre
  • Auszeichnungen: Oscars 1944 für Film, Regie und adaptiertes Drehbuch
Der Kinostart von Michael Curtiz„ legendärem Filmklassiker »Casablanca« am 27. 11. 1942 verläuft enttäuschend. Nach einigen Wochen kommt der Produktionsgesellschaft Warner Bros. jedoch ein welthistorisches Ereignis entgegen: Die Staatsoberhäupter der Anti-Hitler-Koalition treffen sich zu einer Konferenz in Casablanca der Film wird daraufhin zum Publikumsmagnet.
Im Zentrum der Handlung steht der unpolitische Amerikaner Rick (Humphrey Bogart), der im zu Vichy-Frankreich gehörenden Casablanca »Rick„s Café Americain« leitet. Die Bar ist Treffpunkt für Gauner, Spieler, die örtlichen Honoratioren und Flüchtlinge, die auf ein Ausreisevisum nach Amerika spekulieren. Rick nimmt kaum Anteil am Zeitgeschehen, bis seine frühere Geliebte Ilsa (Ingrid Bergman) mit ihrem Mann Victor Laszlo (Paul Henreid) auftaucht. Laszlo ist ein aus dem Konzentrationslager entflohender Widerstandskämpfer, der von den Nazis gesucht wird. Ilsa hat Rick im Jahr zuvor verlassen, um ihrem Mann beizustehen. Ihre Romanze mit dem zynischen Rick flammt wieder auf, Ilsa will nun endgültig bei Rick bleiben.
Die Handlung spitzt sich dramatisch zu, als die Nazis mit Hilfe des französischen Polizeipräfekten Renault (Claude Rains) die Abreise Laszlos in die USA um jeden Preis verhindern wollen. Rick gelangt zufällig an einige Blanco-Visa, er bestellt Ilsa und Laszlo zum Flughafen und ermöglicht ihnen die Flucht nach Lissabon. Diesmal ist es Rick, der auf ein Leben mit Ilsa verzichtet, weil er ihren Platz an der Seite des beeindruckenden Laszlo sieht. Trotzdem hat sich innerhalb weniger Tage Ricks Leben grundlegend geändert. Aus dem Zyniker ohne Hoffnung ist ein entschlossener Kämpfer geworden.
Viele Kritiker halten »Casablanca« für den besten Film aller Zeiten. Seine Handlung bietet einerseits eine bewegende Romanze, andererseits eine spannende politische Geschichte mit kriminalistischem Einschlag. Die Filmfiguren sind bis in die kleinste Nebenrolle hinein ausgezeichnet besetzt und sorgen durch ihre charakterliche Spannbreite für Pointen und Abwechslung. Peter Lorre glänzt beispielsweise als feiger und vor Angst fast vergehender Gauner. Conrad Veidt personifiziert in seiner Rolle alle negativen Vorurteile gegenüber dem Typus »deutscher Offizier«. Daneben überzeugt der Film durch seine zahlreichen originellen Einfälle. Berühmt wird die Szene, als die Gäste in Ricks Café mit der »Marseillaise« deutsche Soldaten, die die »Wacht am Rhein« angestimmt haben, förmlich niedersingen, berühmt auch der Song »As Time Goes By« und solch legendäre Bogart-Zitate wie »Ich schau dir in die Augen, Kleines«.
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