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LEXIKON

Christentum

Geschichte des Christentums

Christentum: Geschichte
Christenum: Zeittafel zur Geschichte
um 30Wirken
Jesu
zwischen 45 und 50 Apostelkonvent
64Christenverfolgung unter Nero
144Gegenkirche des Marcion
vor 200Kanon des NT abgeschlossen
203Origenes Leiter der alexandrinischen Katechetenschule
249Christenverfolgung unter Decius
251-356Antonius d. Gr., „Vater des Mönchtums“
303Christenverfolgung unter Diocletian
um 310-383Wulfila
313Mailänder Edikt durch Konstantin d. Gr.; Religionsfreiheit
354-430Augustinus
ab 382Vulgata (nach Hieronymus)
391Christentum wird Staatsreligion
um 400Iroschottische Kirche
um 480-547Benedikt von Nursia
590-604Pontifikat Papst Gregors d. Gr.
675-754Bonifatius
726-843Bilderstreit in der byzantinischen Kirche
754Pippinische Schenkung
um 850Kyrillos und Methodios, die „Slawenlehrer“
910Gründung des Klosters Cluny
988griechisch geprägtes Christentum Staatsreligion in Russland
1054Trennung zwischen Ost- und Westkirche
11./12. Jh.Investiturstreit
1096-1270Kreuzzüge
1129Gründung des Templerordens
1140Corpus juris canonici, 1. Teil
1198-1216Innozenz III., Höhepunkt der politischen Macht des Papsttums
um 1200-1280Albertus Magnus
12. Jh.Beginn der Inquisition
1209Gründung des Franziskaner-Ordens
1216Gründung des Dominikaner-Ordens
1309-1376Avignonisches Exil, „Babylonische Gefangenschaft der Kirche“
um 1320-1384John Wiclif
1378Schisma zwischen den Päpsten von Rom und Avignon
1415Jan Hus in Konstanz verbrannt
1498Savonarola verbrannt
1517Luther schlägt seine 95 Thesen an/Beginn der Reformation
1521Reichstag zu Worms/Ächtung Luthers
1522Luther-Übersetzung des NT
1523Reformation in Zürich durch Zwingli
1525Hinrichtung Thomas Müntzers
1529Marburger Religionsgespräch zwischen Luther und Zwingli
1530Augsburger Bekenntnis
1534Gründung des Jesuiten-Ordens
1535Heinrich VIII. Oberhaupt der Kirche von England
1536Beginn der Reformation durch Calvin
1545-1563Trienter Konzil
1549Common Prayer Book
1555Augsburger Religionsfriede
1559Index librorum prohibitorum
1562Edikt von Nantes
1563Heidelberger Katechismus
1570-1630Hauptphase der Hexenverfolgungen
1620Auswanderung der Pilgerväter nach Nordamerika
1675Anfänge des Pietismus
1685Aufhebung des Edikts von Nantes
1732Ausweisung der Salzburger Lutheraner
um 1740Beginn der Erweckungsbewegung der Methodisten in England
1773Auflösung des Jesuiten-Ordens
1803Säkularisierung der geistlichen Fürstentümer
1814Wiedereinführung des Jesuiten-Ordens
nach 1800Erweckungsbewegungen in Deutschland
1828Rheinische Missionsgesellschaft
1846Evangelische Allianz
1848Wittenberger Kirchentag/Innere Mission
18481. Katholikentag in Mainz
1869/701. Vatikanisches Konzil
1871Religionsgemeinschaft der Altkatholiken
1883Gründung des CVJM
19101. Weltmissionskonferenz in Edinburgh
1917Codex Iuris Canonici
um 1920dialektische Theologie (Karl Barth)
1925Weltkirchenkonferenz in Stockholm
1929Lateranverträge
1933Reichskonkordat
1934Barmer Bekenntnis der evangelischen Kirche
1942Gründung der Communauté de Taizé
19481. Vollversammlung des Ökumenischen Rates der Kirchen in Amsterdam
1948Gründung der Evangelischen Kirche in Deutschland
19491. Deutscher Evangelischer Kirchentag in Hannover
1950Dogma der leiblichen Himmelfahrt Mariens
1962-19652. Vatikanisches Konzil
seit ca. 1965Theologie der Befreiung
1969Bund der Evangelischen Kirchen in der DDR
1974Jugendreligionen (Prägung des Begriffs)
1979Allgemeine Konferenz des Lateinamerikanischen Episkopats in Puebla
1983Revision des Codex Iuris Canonici
1984Revision der Lutherbibel im Auftrag der EKD
1985Außerordentliche Bischofssynode in Rom, die Reformen des 2. Vatikanischen Konzils zu überprüfen
1991Wiedervereinigung des Bundes der Evangelischen Kirchen in der DDR mit der Evangelischen Kirche in Deutschland
1992neuer offizieller katholischer Katechismus
2000Mea Culpa von Papst Johannes Paul II. für die Verfehlungen der Kirche wie Glaubenskriege, Judenverfolgungen und Inquisition
2001Verabschiedung der Charta Oecumenica (Leitlinien für die Zusammenarbeit unter den Kirchen in Europa)
2007Die lateinische Messe nach altem Ritus darf in der katholischen Kirche wieder gefeiert werden
2010Zusamenschluss des Reformierten Weltbundes und des Reformierten Ökumenischen Rates zur Weltgemeinschaft Reformierter Kirchen
Das Christentum entstand im 1. Jahrhundert n. Chr. in der judenchristlichen Gemeinde zu Jerusalem (Urkirche). Entscheidend für seine Ausprägung waren neben der Lehr- und Missionstätigkeit des Apostels Paulus vor allem die jüdisch-alttestamentliche Tradition, die hellenistische Geisteswelt und vorderorientalische religiöse Bewegungen. Rasch breitete es sich trotz mehrerer Christenverfolgungen in der Welt des östlichen Mittelmeeres aus. Unter den zahlreichen theologischen Schriften des 1. und 2. Jahrhunderts wurden später 27 als Neues Testament zusammengefasst und neben der kirchlichen Autorität zur Glaubensquelle des Christentums erklärt. Im Römischen Reich gewährte Kaiser Konstantin dem Christentum mit dem Mailänder Edikt (313) dieselben Rechte wie anderen Religionen; 392 wurde es Staatsreligion. Bis etwa 1000 wurde der größte Teil Europas christlich missioniert. In langen dogmatischen Kämpfen formierte sich die auf den Konzilien verbindlich definierte christliche Lehre aus, wobei jedoch der Gegensatz zwischen westlichem und östlichem Denken immer stärker zu Tage trat. 1054 kam es zur endgültigen Trennung zwischen der westlichen (römischen) und den östlichen Kirchen, die sich selbst als „rechtgläubig“ (orthodox) bezeichneten. Die durch den vordringenden Islam im Mittelmeerraum erlittenen Verluste konnte das Christentum durch erfolgreiche Missionstätigkeit unter Kelten, Nordgermanen, Slawen und Ungarn wettmachen. Dem Höhepunkt der politischen Macht des abendländischen christlichen Kaiserreichs folgte eine Blüte der christlichen Wissenschaft (Scholastik) und Kunst (Romanik, Gotik).
Die mittelalterliche Einheit des abendländischen Christentums löste sich in der von M. Luther ausgehenden Reformation auf, die zur Entstehung eines evangelischen Christentums verschiedener kirchlicher Formen führte. Lehre und Praxis beider Konfessionen entfalteten sich seither in der Auseinandersetzung mit dem fortschreitenden Säkularisierungsprozess der Moderne. Seit der Entdeckung neuer Weltteile im 16. Jahrhundert lebte die Missionstätigkeit der Kirche wieder auf. Von der römisch-katholischen Kirche spalteten sich 1870 die Altkatholiken ab; sie hatten sich geweigert, das auf dem 1. Vatikanische Konzil verkündete päpstliche Unfehlbarkeitsdogma anzuerkennen. Eine Annäherung der verschiedenen christlichen Bekenntnisse wollen die ökumenische Bewegung und das 2. Vatikanische Konzil fördern.
Das heutige Christentum ist durch eine Vielzahl von Strömungen gekennzeichnet. Christentum und Kirche („Amtskirche“) werden nicht mehr in jedem Fall als Einheit betrachtet, stattdessen ein undogmatisches „persönliches Christentum“ bevorzugt. Besonders in Europa verlieren die etablierten christlichen Kirchen Gläubige, während vor allem in der Dritten Welt evangelikale u. protestantische Freikirchen (z. B. Pfingstler) durch starke Missionstätigkeit an Einfluss gewinnen.
  1. Einleitung
  2. Fundamente der christlichen Lehre
  3. Gemeinsame Glaubensinhalte und Riten
  4. Die drei großen Kirchen
  5. Geschichte des Christentums
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