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LEXIKON

Chaplin

[ˈtʃæplin]
Chaplin, Charlie
Charlie Chaplin
Sir (1975) Charles (Charlie) Spencer, britischer Filmschauspieler, -autor und -regisseur, * 16. 4. 1889 London,  25. 12. 1977 Corsier-sur-Vevey (Schweiz); verlieh der Slapstickkomödie tragikomische Züge und gab ihr psychologische und gesellschaftskritische Dimensionen.
Chaplin ging 1910 in die USA, wo er 1914 zum ersten Mal als Filmkomiker auftrat. 1919 gründete er gemeinsam mit M. Pickford, D. Fairbanks und D. W. Griffith die Filmgesellschaft United Artists. Seit 1952 lebte er in Europa, meist in der Schweiz, da ihm wegen angeblich „unamerikanischen Verhaltens“ die Wiedereinreise in die USA verweigert wurde.
Filme u. a.: „Der Tramp“ 1915; „The Kid“ 1921; „Der Pilger“ 1923; „Goldrausch“ 1925; „Lichter der Großstadt“ 1931; „Moderne Zeiten“ 1936; „Der große Diktator“ 1940; „Monsieur Verdoux“ 1947; „Rampenlicht“ 1952; „Ein König in New York“ 1957; „Die Gräfin von Hongkong“ 1967; schrieb „Die Geschichte meines Lebens“ 1964.
  • Deutscher Titel: The Kid
  • Original-Titel: THE KID
  • Land: USA
  • Jahr: 1921
  • Regie: Charles Chaplin
  • Drehbuch: Charles Chaplin
  • Kamera: Roland Totheroh
  • Schauspieler: Charles Chaplin, Edna Purviance, Jackie Coogan, Carl Miller, Tom Wilson
Der erste Langfilm von Charlie Chaplin, »The Kid«, wird bei der Uraufführung in New York begeistert aufgenommen. Der erst sechsjährige Jackie Coogan, der als Partner Chaplins debütiert, startet mit dem Film eine Karriere als Kinderstar.
Da Chaplin in »The Kid« nicht mehr nur sich selbst gegen die feindliche Umwelt verteidigt, sondern für ein ihm anvertrautes Wesen kämpft, erhält der Film eine tragische und pathetische Komponente. Die für Chaplin typische Situationskomik sorgt jedoch dafür, dass das Werk nie in den Kitsch abgleitet. Der Film, in dem Chaplin seine harte Kindheit in den Londoner Slums verarbeitet, enthält eine ausgewogene Sozialkritik: Charlie ist hier nicht stereotyp wiederkehrenden Schlägen ungewisser Herkunft ausgesetzt, sondern die Widrigkeiten des Lebens werden diesmal in ihrer gesellschaftlichen Bedingtheit geschildert.
Zur Handlung: Der Vagabund findet einen ausgesetzten Säugling, den er vergeblich loszuwerden versucht. Fünf Jahre später sind die beiden ein Herz und eine Seele geworden, der Junge hat bis in die kleinsten Gesten die Gewohnheiten des Ziehvaters angenommen. Einer steht für den anderen ein. Doch das Glück scheint nicht von Dauer, da die Mutter (Edna Purviance), inzwischen zu einer berühmten Schauspielerin geworden, das Kind zurückholt. Charlie versucht sich mit einem Traum zu trösten, doch die Realität ist fast noch schöner als alle Träume: Die Mutter des Jungen hält in einem eleganten Wagen vor der Tür, um Charlie zu holen, denn zu einer glücklichen Familie gehört schließlich auch der Vater.
  • Deutscher Titel: Der Pilger
  • Original-Titel: THE PILGRIM
  • Land: USA
  • Jahr: 1923
  • Regie: Charles Chaplin
  • Drehbuch: Charles Chaplin
  • Kamera: Roland Totheroh
  • Schauspieler: Charles Chaplin, Edna Purviance, Mack Swain
Nach der Flucht aus dem Gefängnis kommt ein Sträfling (Charles Chaplin) in den gestohlenen Kleidern eines Geistlichen in eine Kleinstadt. Die Bewohner schätzen ihn bald als ihren Prediger. Als ein anderer Sträfling im Ort für Unruhe sorgt, schlägt sich Chaplin auf die Seite von Recht und Ordnung. Weil dabei seine Identität aufgedeckt wird, ist der Sheriff des Ortes gezwungen, ihn festzunehmen. Der Plan des Gesetzeshüters, Charlie eine Chance zur Flucht nach Mexiko zu geben, misslingt: Auf der anderen Seite der Grenze warten bereits Banditen auf ihr nächstes Opfer. Mit einem Bein in den Vereinigten Staaten, mit dem anderen in Mexiko einerseits von der Härte des Gesetzes, andererseits von anarchistischer Gesetzlosigkeit bedroht hüpft er in der Schlussszene auf der Grenzlinie hin und her und kann sich nicht entscheiden.
Ohne die für »The Kid« (6. 2. 1921) typischen sentimentalen Züge gelingt Chaplin in diesem Film eine einfühlsame Kontrastierung des naivunschuldigen Helden mit der kleinlichheuchlerischen Welt einer puritanischen Kleinstadt. Seine virtuose Darstellungskunst beweist Chaplin in einer Szene, in der er als Prediger seiner Gemeinde den Kampf zwischen David und Goliath pantomimisch vorführt.
  • Deutscher Titel: Goldrausch
  • Original-Titel: THE GOLD RUSH
  • Land: USA
  • Jahr: 1925
  • Regie: Charles Chaplin
  • Drehbuch: Charles Chaplin
  • Kamera: Jack Wilson, Roland Totheroh
  • Schauspieler: Charles Chaplin, Georgia Hale, Mack Swain, Tom Murray
Charles Chaplins Film »Goldrausch« begeistert das New Yorker Premierenpublikum und wird bald zum populärsten Werk des Komikers.
Zu dem Erfolg des Films trägt bei, dass er anders als z.B. »The Kid« nicht in der modernen Gesellschaft spielt, sondern im Alaska der Goldsucher gegen Ende des 19. Jahrhunderts. Charlie ist zwar auch hier dank seiner Naivität ein Außenseiter, muss aber die Entbehrungen mit anderen teilen. Schicksalsschläge werden ihm von der Natur zugefügt und sind nicht sozial bedingt. Für sein Unglück scheint es keine Abhilfe zu geben.
Charlie, der Tramp, kommt in den Norden, um dort sein Glück zu suchen, gerät aber zunächst in eine Reihe von Extremsituationen. So wird er z.B. von einem Schneesturm überrascht und muss mit Kollegen Hunger leiden. In seiner Unschuld erkennt er nicht, dass die Frau, die er begehrt, eine Prostituierte ist. Am Ende stößt Charlie mit seinen Kumpeln jedoch auf eine Goldmine, kehrt als Millionär zurück und heiratet das inzwischen geläuterte Mädchen.
Formal erweist sich Chaplin in dem Film auf dem Höhepunkt seines Könnens. Die Szene, in der er seine Schuhsohle verspeist, die Schuhbänder wie Spaghetti um die Gabel wickelt und die Schuhnägel wie Hühnerknochen genüsslich ablutscht, sowie der sog. Brötchentanz, mit dem sich Charlie bei
Laun Louny
e hält, als ihn das geliebte Mädchen zu Silvester versetzt, gehen in die Filmgeschichte ein. Sehr eindrucksvoll ist auch Chaplins betont feminine Gestik und Mimik, mit denen er die beiden Raubeine, bei denen er eingekehrt ist, zu besänftigen versucht.
Unter dem Eindruck des langanhaltenden Erfolgs von »Goldrausch« bringt Chaplin 1942 und 1956 neue, jeweils mit Musik und von ihm selbst gesprochenen Kommentaren unterlegte Fassungen des Films heraus.
  • Deutscher Titel: Lichter der Großstadt
  • Original-Titel: CITY LIGHTS
  • Land: USA
  • Jahr: 1931
  • Regie: Charles Chaplin
  • Drehbuch: Charles Chaplin
  • Kamera: Roland Totheroh, Gordon Polloch
  • Schauspieler: Charles Chaplin, Virginia Cherrill, Harry Myers
Als der Landstreicher Charlie (Charles Chaplin) einen betrunkenen Millionär (Harry Myers) vor dem Selbstmord bewahrt, wird er von diesem zunächst reichlich beschenkt, am nächsten Morgen aber vor die Tür gesetzt. Später begegnet Charlie einer blinden Blumenverkäuferin (Virginia Cherrill), deren Schicksal ihn so rührt, dass er dem Mädchen zu einer Operation verhelfen will. Um Geld zu verdienen, versucht er sich sogar als Preisboxer. Dabei trifft er erneut auf den Millionär, der ihm wieder in angetrunkenem Zustand 1000 Dollar gibt. Charlie steckt sie dem Mädchen zu, bevor er unter dem Verdacht, das Geld gestohlen zu haben verhaftet wird. Aus dem Gefängnis entlassen trifft er das Mädchen wieder, das, inzwischen geheilt, Inhaberin des Blumengeschäfts geworden ist. Obwohl sie ihren einstigen Gönner erkennt, bleibt das Happyend aus.
Bei Chaplins nach Anbruch der Tonfilm-Ära gedrehten Stummfilm handelt es sich um eine tragikomische Attacke auf die bürgerliche Gesellschaft.
  • Deutscher Titel: Moderne Zeiten
  • Original-Titel: MODERN TIMES
  • Land: USA
  • Jahr: 1936
  • Regie: Charles Chaplin
  • Drehbuch: Charles Chaplin
  • Kamera: Roland Totheroh, Ira Morgan
  • Schauspieler: Charles Chaplin, Paulette Goddard, Chester Conklin
In dem Film »Moderne Zeiten« verbindet der britische Regisseur und Schauspieler Charlie Chaplin eine beißende Kritik am Industriezeitalter mit zum letzten Mal der von ihm schon gewohnten Clown-Komödie.
Chaplin ist ein Arbeiter in einer Fabrik, deren Chef mit modernsten Methoden die Arbeitsintensität steigern will. Chaplin dreht durch, kommt in eine Heilanstalt und gerät nach seiner Genesung mehrfach mit dem Gesetz in Konflikt. Schließlich zieht er mit seiner großen Liebe, einem Waisenmädchen (Paulette Goddard), davon. Zum letzten Mal trotzt Chaplin hier dem Tonfilm er gibt allenfalls Nonsensworte von sich. Seine Kritik an der industriellen Massenproduktion in einer berühmten Szene gerät Chaplin symbolisch ins große Räderwerk erregt Anstoß bei der Industrie in den USA und führt in einigen Ländern (u.a. in Deutschland und Italien) zum Verbot des Films.
  • Deutscher Titel: Der große Diktator
  • Original-Titel: THE GREAT DICTATOR
  • Land: USA
  • Jahr: 1940
  • Regie: Charles Chaplin
  • Drehbuch: Charles Chaplin
  • Kamera: Roland Totheroh, Karl Struss
  • Schauspieler: Charles Chaplin, Paulette Goddard, Jack Oakie
Charles Chaplin präsentiert dem US-amerikanischen Publikum mit »Der große Diktator« eine beißende Satire auf Adolf Hitler und den deutschen Nationalsozialismus.
Diktator Hynkel (Charles Chaplin) herrscht im Fantasiestaat Tomania und bereitet mit seinem Verbündeten Napoloni von Bacteria (Jack Oakie) die Invasion des Nachbarlandes Austerlich vor. Juden und anders Denkende werden in Tomania grausam verfolgt: So auch ein jüdischer Friseur (Charles Chaplin), der sich in die Jüdin Hannah (Paulette Goddard) verliebt und mit ihr in ein Konzentrationslager verschleppt wird. Aufgrund der Ähnlichkeit mit Hynkel gelingt dem Friseur die Flucht. Seine Odysee durch Tomania als Hynkel gipfelt in einer Ansprache, die er anstelle Hynkels hält. Die sechsminütige Rede bildet den Schluss des Films und ist zugleich ein Plädoyer für Toleranz, Menschenrechte und Frieden. Es ist das erste Mal, dass Charles Chaplin in einem seiner Filme spricht.
Trotz des brisanten Themas ist der »Große Diktator« ein komischer Film. Chaplin stellt die Figuren seiner Doppelrolle den Friseur und Hynkel geschickt gegeneinander. Der Diktator bewegt sich zuckend und unkontrolliert, spricht in bösartig klingenden und meist unverständlichen Lauten, aus denen nur Wortfetzen herauszuhören sind. Er ist bis ins Detail eine parodistische Überzeichnung Hitlers, den Chaplin anhand von dokumentarischem Filmmaterial studiert hat. Der Friseur entspricht in seinen Grundzügen der typischen Chaplin-Gestalt des »Tramps«: Ungewollt verschlimmert er jede Situation, um sie schließlich doch ebenso ungewollt zu meistern. Er ist auf seine Art das gutartige »Spiegelbild« zu Hynkel. Die einzige realistische, menschliche Person ist die verfolgte Hannah. Die Reinheit ihrer Erscheinung betont den nationalsozialistischen Wahnsinn, der Menschen aufgrund rasseideologischer Kriterien entrechtet und tötet.
Chaplins Werk leistet einen Beitrag zur inneramerikanischen Debatte um den Kriegseintritt der USA. Die »New York Times« spricht von dem »vielleicht wichtigsten Film, der je hervorgebracht wurde«. Die Blätter des Pressezaren William Randolph Hearst beschuldigen Chaplin der Kriegshetze. In Chicago wagt aufgrund des hohen Anteils Deutschstämmiger kein Kino die Aufführung des Films, der langfristig aber das finanziell erfolgreichste Projekt Chaplins ist.
  • Deutscher Titel: Monsieur Verdoux
  • Original-Titel: MONSIEUR VERDOUX
  • Land: USA
  • Jahr: 1947
  • Regie: Charles Chaplin
  • Drehbuch: Charles Chaplin
  • Kamera: Roland Totheroh, Curt Courant, Wallace Chewing
  • Schauspieler: Charles Chaplin, Isobel Elsom, Martha Raye, Marylin Nash, Mady Correll
Die konservativen Blätter der US-Presse attackieren Charlie Chaplin wegen seines neuen Films »Monsieur Verdoux«. Chaplin wagt es, einen Frauenmörder als Hauptfigur und Sympathieträger einzuführen.
Chaplins Film spielt im Paris der frühen 30er Jahre. Monsieur Verdoux (Charles Chaplin) hat sein Vermögen durch die Weltwirtschaftskrise verloren. Um seine behinderte Frau und sein Kind ernähren zu können, betätigt sich der ehemalige Bankangestellte als mordender Heiratsschwindler. Als er abermals durch eine Finanzkrise sein Vermögen verliert, zerbricht die Familienidylle. Das Glück verläßt Verdoux vollends, als er in einem Restaurant von Angehörigen eines seiner Opfer erkannt und als Schwindler entlarvt wird. Der mittlerweile resignierte Mörder ergibt sich in sein Schicksal und wird zum Tode verurteilt.
»Monsieur Verdoux«, der auf dem Fall des Frauenmörders Landru basiert, ist Chaplins erster konventioneller Film, in dem er eine dialogreiche Hauptrolle spielt. Große Teile des Publikums sind enttäuscht, weil Chaplin nach einer langen Filmpause nicht mehr die gewohnte Figur des Tramps mit Melone und Stöckchen verkörpert.
  • Deutscher Titel: Rampenlicht
  • Original-Titel: LIMELIGHT
  • Land: USA
  • Jahr: 1952
  • Regie: Charles Chaplin
  • Drehbuch: Charles Chaplin
  • Kamera: Karl Struss
  • Schauspieler: Charles Chaplin, Claire Bloom, Sydney Chaplin, Buster Keaton
  • Auszeichnungen: Oscar 1953 für Titelmelodie
Der alternde Calvero (Charles Chaplin), einst ein gefeierter Clown, versucht sich damit abzufinden, dass seine beste Zeit vorbei ist. Eines Tages rettet er die junge Tänzerin Terry (Claire Bloom), die sich das Leben nehmen will, und nimmt sie bei sich auf. Seine Bemühungen um sie geben seinem Leben plötzlich wieder einen Sinn. Er baut ihr Selbstbewusstsein auf und verschafft ihr ein Bühnenengagement. Terry verliebt sich in Calvero, doch er weist ihre Gefühle zurück. Er wünscht ihr ein Leben an der Seite des jungen Komponisten Nelville. Heimlich verlässt er die junge Frau und schlägt sich als einfacher Straßenclown durch.
Als Terry Calvero Jahre später zufällig bei einem Straßenauftritt wiedersieht, arrangiert sie einen großen Auftritt für ihn. Umjubelt von dem begeisterten Publikum erleidet Calvero einen Herzanfall und stirbt.
Dieser tragische, anrührend sentimentale Abgesang auf eine Karriere ist vielleicht Chaplins persönlichster Film die Parallelen zwischen Calveros und Chaplins Werdegang sind offenkundig. Um so schicksalhafter ist es, dass es Chaplin nach diesem Film nicht mehr erlaubt wird, weiter in den USA zu arbeiten: Nach einem Europaaufenthalt wird ihm noch vor der Uraufführung seines Films die Wiedereinreise wegen angeblich unamerikanischer Gesinnung verweigert. Daraufhin siedelt Chaplin, über die USA verbittert, nach Großbritannien über.
  • Deutscher Titel: Ein König in New York
  • Original-Titel: A KING IN NEW YORK
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1957
  • Regie: Charles Chaplin
  • Drehbuch: Charles Chaplin
  • Kamera: Georges Périnal
  • Schauspieler: Charles Chaplin, Dawn Addams, Michael Chaplin
Der 67-jährige Charles Chaplin verarbeitet in seinem vorletzten Film die bitteren Erfahrungen, die er während der McCarthy-Ära in den USA der frühen 50er Jahre gemacht hatte. Als Kommunist gebrandmarkt und mit Strafverfolgung bedroht, war Chaplin 1952 nach einer Europareise nicht in die USA zurückgekehrt. Die US-Behörden hatten zuvor indirekt angekündigt, den gebürtigen Briten nicht mehr ins Land einreisen zu lassen.
König Shahdov von Estrovia (Charles Chaplin) sucht nach seiner Entmachtung Zuflucht in den Vereinigten Staaten. Das Land der unbegrenzten Möglichkeiten begeistert ihn zunächst. Doch als man beginnt, ihn wie ein Produkt für Werbespots rücksichtslos zu vermarkten, lernt er bereits eine andere Seite der Glitzerwelt kennen.
Dem satirischen ersten Teil des Films folgt ein zorniger zweiter: Shahdov nimmt sich eines kleinen Jungen an, dargestellt von Chaplin-Sohn Michael. Die Eltern des Kleinen wurden als Kommunisten verfolgt, Shahdov muss deshalb vor dem Senatsausschuss für »unamerikanische Umtriebe« erscheinen. Er kommt zwar heil davon, muss aber erleben, dass der Junge Freunde seiner Eltern denunziert.
Der Film wird in den USA und anderen europäischen Ländern kaum oder gar nicht gezeigt. Erst Jahre später wird der künstlerische Wert erkannt und Chaplins Plädoyer für Toleranz und Humanität akzeptiert.
  • Deutscher Titel: Die Gräfin von Hongkong
  • Original-Titel: A COUNTESS FROM HONG KONG
  • Land: Großbritannien
  • Jahr: 1967
  • Regie: Charles Chaplin
  • Drehbuch: Charles Chaplin
  • Kamera: Arthur Ibbetson
  • Schauspieler: Marlon Brando, Sophia Loren, Sydney Chaplin, Tippi Hedren, Charles Chaplin
Die exilrussische Gräfin Natascha (Sophia Loren) hat genug davon, sich in Hongkong als Edel-Prostituierte zu betätigen. Sie verbringt eine gemeinsame Nacht mit einem reichen amerikanischen Jungdiplomaten (Marlon Brando), der sich in sie verliebt. Am nächsten Tag schleicht sie sich als blinde Passagierin in seine Schiffskabine und sorgt für viel Aufruhr.
»Die Gräfin von Hongkong«, Charlie Chaplins letzter und zugleich sein einziger Farbfilm, wird von der Kritik eher zwiespältig aufgenommen. Das scheint u.a. an der Tatsache zu liegen, dass Chaplin das Thema bereits in den 30er Jahren entwickelte; so wirkt der Film auf seine Zeitgenossen nicht als leichte Gesellschaftskomödie, sondern mehr als ein melancholisch-ehrliches Bild aus einer längst vergangenen Welt. Charlie Chaplin selbst ist in einer kurzen Szene als Schiffssteward zu sehen.
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