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LEXIKON

Brandt

Architekt der Ostpolitik

Brandt, der sich als Bürgermeister wirkungsvoll für die Freiheit und Lebensfähigkeit Westberlins eingesetzt hatte, förderte als Außen-Minister im Rahmen der Entspannungspolitik neben der Westintegration besonders die Verbesserung des Verhältnisses zu den östlichen Nachbarn (1967 diplomatische Beziehungen zu Rumänien, 1968 Wiederaufnahme der Beziehungen zu Jugoslawien, entgegen der Hallstein-Doktrin).
Als Bundeskanzler intensivierte Brandt mit Unterstützung von Außenminister W. Scheel (FDP) die Ostpolitik (1970 Verträge mit der Sowjetunion und Polen, 1973 mit der ČSSR). Damit ermöglichte er den Abschluss des Viermächteabkommens über Berlin (1971). Als wichtige Geste der Aussöhnung verstanden wurde Brandts Kniefall 1970 vor dem Mahnmal des Warschauer Ghettos. Im Verhältnis zur DDR suchte Brandt ein „geregeltes Nebeneinander“ herbeizuführen (1970 Treffen mit Ministerpräsident W. Stoph, 1972 Grundvertrag). 1971 erhielt B. den Friedensnobelpreis für seine „Politik der Versöhnung zwischen alten Feindländern“.
Moskauer Vertrag: Unterzeichnung
Unterzeichnung des Moskauer Vertrages
Nach langwierigen Verhandlungen wurde im August 1970 der von der Bundesregierung angestrebte Vertrag mit der UdSSR in Moskau von Walter Scheel (links), Willy Brandt (Mitte) und Alexej N. Kossygin (rechts) unterzeichnet.
  1. Einleitung
  2. Politische Laufbahn
  3. Architekt der Ostpolitik
  4. Das Ende der Kanzlerschaft
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