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LEXIKON

Binnenschifffahrt

die Beförderung von Personen und Gütern auf Binnengewässern (Binnensee-, Fluss- und Kanalschifffahrt) durch Schiffe bestimmter Art (Gegensatz: Seeschifffahrt). Als Beförderungsmittel dienen Schubverbände und Selbstfahrer. Die Abmessung der Schiffe ist weitgehend vereinheitlicht (z. B. das sog. „Europa-Schiff“ mit 1350 t). Der wirtschaftliche Vorteil der Binnenschifffahrt gegenüber der Eisenbahn liegt in den geringeren Kosten für Massenguttransporte besonders auf natürlichen Gewässern, der Nachteil in der Weitmaschigkeit des Netzes und der geringen Geschwindigkeit.
Unter dem beförderten Frachtgut nehmen Massengüter den überwiegenden Anteil ein. Die deutsche Binnenschifffahrt hatte 2007 einen Anteil von rund 66 Mrd. Tonnenkilometern an der beförderten Gütermenge. Die Frachtenbildung wird seit den 1930er Jahren durch Frachtenausschüsse für die einzelnen Stromgebiete vorgenommen, die paritätisch durch Vertreter der Binnenschifffahrt und der Verlader besetzt sind.
Die einsatzfähige deutsche Binnenschifffahrtsflotte bestand 2007 aus rund 902 Gütermotorschiffen für trockene Ladung, 375 Tankmotorschiffen, 78 Güterschleppkähnen, 948 Schubleichtern, 146 Schleppern, 297 Schubbooten, 112 Trägerschiffsleichtern, 102 Bunkerbooten und 1013 Fahrgastschiffen. Auf den deutschen Binnenwasserstraßen (7472 km Länge) wurden 2007 insgesamt rund 249 Mio. t Güter befördert. Zu den wichtigsten deutschen Binnenwasserstraßen zählen Rhein, Elbe, Weser, Donau und Main sowie der Mittellandkanal, Elbe-Havel-Kanal, Rhein-Main-Donau-Kanal u. a. Von den Binnenhäfen erzielte 2006 Duisburg mit 50,3 Mio. t den mit Abstand größten Umschlag.
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