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LEXIKON

Bildteppich

Gobelin; Bildwirkerei
ein der Wandbekleidung und ähnlichen Zwecken dienender Teppich mit bildlichen Darstellungen; ein Erzeugnis der Textilkunst. Der echte Bildteppich wird mit der Hand am Wirkstuhl (Hautelisse- und Basselisse-Stuhl) hergestellt, wobei man die oft von Ornament- oder Schriftleisten umgebene Darstellung nach einer originalgroßen Vorlage (Karton, Schablone) einsticht. Unechte Gobelins sind auf Jacquardwebstühlen maschinell hergestellt.
Die Technik der Bildwirkerei war bereits im ägyptischen Altertum bekannt. In der frühchristlich-byzantinischen Kunst diente der Bildteppich zur Ausstattung von Kirchen- und Wohnräumen. Im Mittelalter wurden Wandbehänge mit kostbaren Bildwirkereien von Privatpersonen für Kirchen und Klöster gestiftet. Zu den frühesten erhaltenen mittelalterlichen Werken der Bildteppich-Kunst gehören der Bayeuxteppich, drei Wirkteppiche aus dem Dom zu Halberstadt (12. Jahrhundert) und Teppiche der Kathedrale von Angers (14. Jahrhundert). Wichtige Pflegestätten der Bildwirkerei befanden sich seit dem 14. und 15. Jahrhundert in Konstanz, Basel, Straßburg, Freiburg im Breisgau, Mainz, Nürnberg und Köln; sie erhielten seit der Mitte des 16. Jahrhunderts neue Anregungen durch die holländische und flämische Wirkkunst. Die formale Gestaltung von figürlichen, landschaftlichen und ornamentalen Motiven in der Bildwirkerei folgte der allgemeinen Stilentwicklung. Im 20. Jahrhundert ist der Franzose J. Lurçat mit künstlerisch bedeutenden Bildteppichen hervorgetreten.
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