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LEXIKON

Becker

Jurek, deutscher Schriftsteller und Drehbuchautor, * 30. 9. 1937 Łódź,  14. 3. 1997 Berlin; lebte als Kind seit 1939 im Getto in Łódź, seit 1945 in Berlin (Ost), arbeitete als Drehbuchautor für die DEFA. Seit 1977 lebte Becker in Berlin (West). 1969 hatte er mit seinem ersten Roman, dem Gettoroman „Jakob der Lügner“, seinen ersten großen Erfolg. Es folgten u. a. die Romane „Irreführung der Behörden“ 1973; „Der Boxer“ 1976; „Aller Welt Freund“ 1982; „Bronsteins Kinder“ 1986 und „Amanda herzlos“ 1992. Einem breiten Publikum wurde Becker auch als Drehbuchautor für Fernsehspiele und Fernsehserien bekannt, besonders durch die Fernsehserie „Liebling Kreuzberg“ (ab 1986).
  • Erscheinungsjahr: 1969
  • Veröffentlicht: Bundesrepublik Deutschland und DDR
  • Verfasser:
    Becker
    , Jurek
  • Deutscher Titel: Jakob der Lügner
  • Genre: Roman
Das Erstlingswerk von Jurek Becker (* 1937,  1997), der beim Verlag Aufbau in Weimar erscheinende Roman »Jakob der Lügner«, ist dem Leiden und dem Heroismus der jüdischen Bevölkerung Polens während der nationalsozialistischen Vernichtungspolitik gewidmet. Der ehemalige Kartoffelpufferbäcker und Eiskonditor Jakob Heym ist Bewohner eines Ghettos in Polen, dessen Menschen völlig entrechtet sind. Dennoch bringt er den Mut auf, ein achtjähriges Mädchen, dessen Eltern deportiert worden sind, illegal bei sich leben zu lassen. Als Jakob die falsche Nachricht verbreitet, dass er ein Radio besitze, wird er einer der wichtigsten Menschen im Ghetto. Seine »Lügen« haben erstaunliche Wirkungen: Die Menschen denken weniger an ihr Elend, die Zahl der Selbstmorde geht zurück. Doch »Jakob der Lügner« will mit seiner wohltätigen Lügerei Schluss machen und offenbart sich einem Vertrauten: Der tut so, als glaube er Jakobs Eröffnung nicht, doch am nächsten Morgen wird er erhängt aufgefunden. Jakob weiß nun, dass er seine Rolle als Kolporteur guter Berichte nicht mehr aufgeben darf.
  • Erscheinungsjahr: 1973
  • Veröffentlicht: Bundesrepublik Deutschland und DDR
  • Verfasser:
    Becker
    , Jurek
  • Deutscher Titel: Irreführung der Behörden
  • Genre: Roman
Beim Verlag Hinstorff in Rostock erscheint der Roman »Irreführung der Behörden« von Jurek Becker (* 1937,  1997). Zwei »Geschichten« und einen »Roman« lässt Becker seinen Helden Gregor Bieneck erzählen. Die erste »Geschichte« gibt Einblick in sein Leben als Student der Rechtswissenschaften im Jahr 1959, die zweite »Geschichte« sieben Jahre später beginnend macht mit dem beruflichen und privaten Leben des Erfolgsschriftstellers Gregor Bieneck bekannt. Dazwischenliegende Lebensepisoden trägt im Telegrammstil der als Mittelteil eingefügte »Roman« zusammen. Gregors »Irreführung der Behörden« steht im Widerspruch zur sozialistischen Gesellschaft, er versagt schließlich als Schriftsteller.
  • Erscheinungsjahr: 1982
  • Veröffentlicht: Bundesrepublik Deutschland und DDR
  • Verfasser:
    Becker
    , Jurek
  • Deutscher Titel: Aller Welt Freund
  • Genre: Roman
Beim Verlag Suhrkamp in Frankfurt am Main erscheint der Roman »Aller Welt Freund« von Jurek Becker (* 1937,  1997). Der Roman spielt in einer Art Niemandsland, auf dem schmalen Streifen, der die beiden deutschen Staaten voneinander trennt bzw. verbindet. Erzählt wird in dem von schwarzem Humor gekennzeichneten Text von dem Selbstmordversuch eines jungen Journalisten.
  • Erscheinungsjahr: 1992
  • Veröffentlicht: Deutschland
  • Verfasser:
    Becker
    , Jurek
  • Deutscher Titel: Amanda herzlos
  • Genre: Roman
Jurek Becker (* 1937,  1997), der 1977 aus der DDR in die Bundesrepublik übersiedelte, lässt seinen Roman »Amanda herzlos« im Ost-Berlin der 1980er Jahre spielen. Aus der Sicht ihrer drei Liebhaber, des opportunistisch-angepassten Sportjournalisten Ludwig, des Schriftstellerdissidenten Fritz und des westdeutschen Hörfunkkorrespondenten Stanislaus wird ein Bild jener Amanda entworfen, die ihren Männern ein Rätsel bleibt, bei der Lektüre aber deutliche Konturen gewinnt als schöne, kluge, kreative, selbständige und durchaus liebesfähige Frau. Unaufdringlich, geistreich und mit spöttischem Witz bietet Becker ganz nebenbei die Innenansicht einer Diktatur im Niedergang.
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