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LEXIKON

Bauernregeln

volkstümliche, meist zweizeilige gereimte Merksprüche, die Wetter- oder Erntevoraussagen für bestimmte Monate, Wochentage, sog. Lostage oder auch kirchliche Festtage beinhalten; beruhen zum Teil auf den langjährigen meteorologischen Beobachtungen der Landwirte, aber auch auf der antiken Tradition der Sterndeutung, die im Mittelalter über die Feld- und Gartenbau betreibenden Mönche vermittelt wurde, später auch auf dem Hundertjährigen Kalender. Die früheste deutschsprachige Sammlung von Bauernregeln findet sich in der sog. Bauernpraktik von 1508 (bis 1849 aufgelegt). Viele Bauernregeln, die sich auf das Wetter einzelner Tage beziehen, wie z. B. die Siebenschläferregel, sind durch die mehrfachen Kalenderreformen zeitverschoben worden, so dass die benannten Stichtage heute nicht mehr stimmen; auch sind die Regeln vielfach landschaftsgebunden und auf andere Regionen nicht übertragbar.
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