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LEXIKON

Basisgemeinden

Form einer von Laien getragenen katholischen Gemeindebildung besonders in der Zeit nach dem Zweiten Vatikanischen Konzil. Kennzeichen der lateinamerikanischen Basisgemeinde, die infolge des akuten Priestermangels entstanden, sind: überschaubare Laiengruppen von Menschen aus ähnlichen, meist armen Lebensumständen; Selbstorganisation der kirchlichen Gemeinschaft (Lektüre und Deutung der Bibel aus der Perspektive der eigenen Lebenserfahrung und bezogen auf die soziale Situation, Wortgottesdienste, Katechese, Krankenbetreuung); Entwicklung solidarischer Praxis in Form von Nachbarschaftshilfen oder sozialpolitischen Projekten. Die Befreiungstheologie sieht in den Basisgemeinde die Keimzellen eines neuen zukunftweisenden Kirchenmodells. Die Basisgemeinden in Asien und Afrika sind nur z. T. mit expliziter politischer Bewusstseinsbildung verbunden. Für die Entstehung von Basisgemeinden in Europa und Nordamerika, die z. T. bewusst Impulse aus Lateinamerika aufgreifen, ist auch der Protest gegen die Anonymität der Großkirche und ihre hierarchische Verwaltung sowie die Suche nach lebendiger Gemeinschaft von Bedeutung.
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