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LEXIKON

Augstus

Die Konstruktion des Prinzipats

Octavian kehrte 29 v.  Chr. nach Rom zurück, begann sofort mit einem großzügigen Bau- und Restaurierungsprogramm und widerrief alle rechtswidrigen Akte der Triumviratszeit. So vorbereitet legte er Anfang 27 v. Chr. in einem geschickt inszenierten Staatsakt alle Gewalten nieder, doch nur, um sich sogleich auf Drängen des Senats bereit zu erklären, die Provinzen Ägypten, Syrien, Gallien u. Spanien zu befrieden u. ihre Grenzen zu sichern. Zum Dank verlieh man ihm den Ehrentitel „Augustus“, der im Folgenden Namensbestandteil der Kaiser wurde. Vorher hatte Octavian schon den Titel Princeps geführt.
Als seine fortwährende Bekleidung des Konsulats (seit 31 v. Chr.) den politischen Beteiligungsanspruch der Oberschicht störte, verzichtete er 23 v. Chr. auf das Amt, erhielt aber zum Ausgleich die volle Machtgewalt eines Volkstribunen, ferner das ständige Recht, wie ein Konsul mit dem Senat zu verhandeln. Wenig später (19 v. Chr.) wurde er durch Verleihung der konsularischen Ehrenrechte den Konsuln auch protokollarisch gleichgestellt. So blieb er beim Entwurf seiner Position im Staat strikt im republikanischen Rahmen, sprengte diesen jedoch durch die Häufung von Amtskompetenzen, die aber sämtlich nicht usurpiert, sondern von Senat und Volk verliehen waren.
  1. Einleitung
  2. Der Weg zur Alleinherrschaft
  3. Die Konstruktion des Prinzipats
  4. Außenpolitik und Sicherung der Nachfolge
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