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LEXIKON

Aplloprogramm

ziviles Raumfahrtprogramm der USA, das am 29. 7. 1960 von der NASA bekannt gegeben wurde. Es wurden drei Hauptziele angestrebt: 1. Mondflüge mit drei Astronauten, 2. Bau von erdnahen Raumstationen, 3. Start unbemannter Sonden zu Mars und Venus.
Die Mondflüge wurden mit Hilfe der 110 m hohen Saturn 5, einer dreistufigen Rakete, durchgeführt. Sie diente als Trägerrakete für das Apollo-Raumfahrzeug, das aus drei Teilen bestand und eine Gesamtmasse von 43 t hatte. 1. Kommandokapsel (CM = Command Module): Sie nahm die drei Astronauten auf und enthielt die Navigations- und Nachrichtengeräte. 2. Versorgungs- und Geräteteil (SM = Service Module): Er enthielt die für die Atmung nötigen Sauerstoffgeräte. Außerdem befanden sich hier die elektrischen Energiequellen und die Steuerraketensysteme zur Lage- und Geschwindigkeitsänderung. 3. Mondlandefähre (LM = Lunar Module): zweisitzige Fähre, mit der die Astronauten auf dem Mond landeten. Die Fähre bestand aus zwei Teilen; in dem einen flogen die Astronauten zum Mutterschiff zurück, der zweite wurde auf dem Mond zurückgelassen und diente als Startrampe.
Apollo 9: Koppelungsmanöver
Koppelungsmanöver von Apollo 9
Während des Apollo 9 Testflugs koppelten Kommandokapsel und Mondfähre im Erdorbit.
Apollo 15: Mondlandung
Apollo 15: Mondlandung
Kommandant David Scott salutiert vor der Mondfähre und US-Flagge von Apollo 15.
Das Apollo-Fahrzeug flog nach dem Start mit einer Geschwindigkeit von 28 200 km/h zuerst in eine Wartebahn um die Erde ein, um dann, nach erneuter Zündung, auf die Flugbahn zum Mond einzuschwenken. Dann löste sich das Apollo-Fahrzeug von der dritten Stufe und legte innerhalb von rund drei Tagen die 380 000 km bis zum Mond unter Ausnutzung seiner kinetischen Energie antriebslos zurück. In der Nähe des Mondes ging das Raumfahrzeug in eine Satellitenumlaufbahn um den Erdbegleiter über. Hier begaben sich zwei der drei Piloten in das Mondlandegerät. Mit Hilfe des Triebwerks dieses Landegeräts stiegen sie aus der Satellitenumlaufbahn auf die Mondoberfläche ab, landeten dort, verweilten für einige Stunden oder Tage und kehrten schließlich in die Mondumlaufbahn zum Mutterschiff zurück. Nach dem Zusammenführen der beiden Geräte (Rendezvous und Docking) wechselten die beiden Piloten in den Apollo-Kommandoteil über und flogen mit diesem im Verlauf von wiederum drei Tagen zur Erde zurück. Die Raumschiffe Apollo 1 bis Apollo 6 führten in den Jahren 1964 bis 1968 unbemannte Testflüge durch. Apollo 7 bis 10 in den Jahren 1968 bis 1969 waren bemannt.
Apollo 11 schließlich startete am 16. 7. 1969 und landete am 24. 7. 1969 mit den Astronauten N. A. Armstrong, E. E. Aldrin, M. Collins.
Apollo 11: Start
Start von Apollo 11
Start von Apollo 11 am 16. 7. 1969
Nach einem normalen Flug des Raumschiffs Apollo 11 „Columbia“ begann am 20. 7. um 21.05 Uhr (MEZ) das Mondlandefahrzeug „Eagle“ (Adler) mit Armstrong und Aldrin an Bord den Landeanflug und setzte 13 Minuten später auf dem Mond auf. Am 21. 7. 1969, 3.56 Uhr, betrat als erster Mensch Neil Armstrong den Mondboden; 13 Minuten später folgte der zweite Pilot, Aldrin. Millionen Menschen verfolgten die Tätigkeit der zwei Astronauten auf dem Mond in einer Fernsehdirektübertragung. Die Astronauten sammelten Gesteinsproben ein, stellten einen Reflektor für Laserstrahlen und ein Seismometer auf und setzten ein Segel zum Einfangen von Sonnenmaterie. Nach etwa 2 Stunden war ihre Mission abgeschlossen, und die beiden Piloten kehrten in das LM zurück. Um 18.45 Uhr hob das Oberteil der Landefähre mit den beiden Piloten vom Mond ab zum Dockingmanöver mit der Apollo-Kommandokapsel, die mit Collins den Mond auf einer Parkbahn weiter umkreiste. Zurück blieben auf dem Mond die aufgestellte amerikanische Flagge neben den wissenschaftlichen Instrumenten und der Landeteil des LM mit einer Plakette, die die Inschrift trägt: „Wir kamen in Frieden, stellvertretend für die ganze Menschheit“. Das Unternehmen Apollo 11 endete mit der Landung der drei Mondfahrer am 24. 7. 1969 im Pazifik 400 km südöstlich der Johnston-Insel.
Auch die nächsten Raumschiffe der Apollo-Serie landeten erfolgreich auf dem Mond mit Ausnahme von Apollo 13, dessen Mission wegen Havarie abgebrochen werden musste. Daten der weiteren bemannten Mondflüge:
Apollo 12: Start 14. 11. 1969, Landung 24. 11. 1969.
Astronauten: C. Conrad, R. Gordon, A. Bean.
Apollo 13: Start 11. 4. 1970, Landung 17. 4. 1970. Astronauten: J. Lovell, F. Haise, J. Swigert.
Apollo 14: Start 31. 1. 1971, Landung 9. 2. 1971. Astronauten: A. Shepard, E. Mitchell, S. Roosa.
Apollo 15: Start 26. 7. 1971, Landung 7. 8. 1971. Astronauten: D. Scott, J. Irwin, A. Worden.
Saturn-5-Rakete
Saturn-5-Rakete
Saturn-5-Rakete mit der Baugruppe von Apollo-15 auf dem Weg zur vierten Mondlandung
Apollo 16: Start 16. 4. 1972, Landung 27. 4. 1972.
Astronauten: J. Young, T. Mattingly, C. Duke.
Apollo 17: Start 7. 12. 1972, Landung 19. 12. 1972.
Astronauten: E. Cernan, R. Evans, J. Schmitt.
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