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LEXIKON

Anemonenfische: Symbiose

Wohngemeinschaft zu beiderseitigem Vorteil

So wunderschön die zu den Blumentieren gehörenden farbenprächtigen Seeanemonen (Aktinien) auch aussehen, werden ihre mit Nesselkapseln bestückten Fangarme doch vielen kleineren Fischen gefährlich, die - wenn sie den schwebenden Tentakeln zu nahe kommen - zunächst durch das Nesselgift gelähmt und dann als Beute von der Seeanemone gefressen werden. Nicht so die Anemonenfische. Sie nehmen sogar ihre Wohnung zwischen den Fangarmen und schlafen hier, ohne von dem Nesselgift behelligt zu werden. Vielmehr genießen sie auf diese Weise den Schutz der nesselnden Fangarme und sind so vor Raubfischen sicher.
Aber auch die Seeanemonen profitieren von dieser Wohngemeinschaft, indem sie Nahrungsreste ihrer Untermieter vertilgen. Ein derartiges Zusammenleben zu beiderseitigem Vorteil nennt man Symbiose. Dennoch ist das Verhältnis zwischen Anemonenfisch und Blumentier noch nicht ganz geklärt. So kommen einige Amphiprion-Arten nur in ganz bestimmten Aktinien vor, andere, wie Amphiprion percula, sind nicht so wählerisch.
Wie aber ist es möglich, dass die Anemonenfische vom Nesselgift der Aktinien verschont bleiben? Die wahrscheinlichste Erklärung ist, dass die Fische einen Stoff ausscheiden, der das Ausschleudern der Nesselkapseln verhindert. Dafür spricht auch der Umstand, dass der Fisch nach längerer Isolierung von der Anemone zunächst genesselt wird, einige Zeit später aber nicht mehr. Der Schutzstoff muss erst neu gebildet werden.
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