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LEXIKON

Adel

Adelstitel in Deutschland
Adelstitel in Deutschland
TitelAnredenAnschriftbriefliche Anreden
Nichttitulierter AdelFrau von X
Herr von X
Gnädige Frau
Frau (Vorname) von X
Herrn (Vorname) von X
Frau (Vorname) von X
Sehr geehrte Frau von X
Sehr geehrter Herr von X
Sehr verehrte gnädige Frau
Ritter, EdlerHerr von XHerrn (Vorname) Ritter von XSehr geehrter Herr von X
EdleFrau von X
Gnädige Frau
Frau (Vorname) Edle von X
Edle (Vorname) von X
Sehr geehrte Frau von X
Sehr geehrte (verehrte) gnädige Frau
FreiherrHerr von X
Herr Baron
Baron X (nur süddeutsch)
Herrn (Vorname) Freiherr von X
Freiherrn (Vorname) von X
Sehr geehrter Herr Baron
Sehr geehrter Herr von X
Sehr geehrter Baron X
FreifrauFrau von X
Gnädige Frau
Frau Baronin
Frau (Vorname) Freifrau von X
Freifrau von X
Freifrau von X
Sehr geehrte Frau Freifrau von X
Sehr geehrte gnädige Frau
Verehrte Baronin
BaronHerr Baron von X
Baron X
Herrn (Vorname) Baron von XSehr geehrter Herr Baron von X
BaroninFrau Baronin von X
Baronin X
Frau (Vorname) Baronin von X
Baronin (Vorname) von X
Sehr geehrte Frau Baronin von X
Verehrte Baronin
GrafHerr Graf von X
Graf
Erlaucht Graf X
Herrn (Vorname) Graf von X
Graf (Vorname) von X
Sehr geehrter Herr Graf von X
Sehr geehrter Graf X
Seiner Erlaucht Graf X
GräfinFrau Gräfin von X
Erlaucht Gräfin X
Frau (Vorname) Gräfin von X
Gräfin (Vorname) von X
Sehr geehrte Frau Gräfin von X
Verehrte gnädigste Frau Gräfin
Ihrer Erlaucht Gräfin X
Fürst, PrinzHerr Fürst (von) X
Herr Prinz (von) X
Durchlaucht Fürst X, Prinz X
Herrn (Vorname) Fürst (Prinz) von X
Seiner Durchlaucht Fürst (Prinz) Vorname (von) X
Sehr geehrter Herr Fürst (Prinz) von X
Hochverehrter Fürst (Prinz)
Fürstin, PrinzessinFrau Fürstin (Prinzessin) X
Durchlaucht
Frau (Vorname) Fürstin (Prinzessin) X
Ihrer Durchlaucht Fürstin (Vorname) X
Sehr geehrte Frau Fürstin X
Hochverehrte gnädigste Fürstin Eurer Durchlaucht
Herzog, PrinzHerr Herzog (Prinz) X
Hoheit
Herzog (Prinz) X
Herrn (Vorname) Herzog X
Seiner Hoheit
Herzog (Vorname) X
Sehr geehrter Herr Herzog X
Eurer Hoheit
Eurer Hoheit
Herzogin, PrinzessinFrau Herzogin X
(Prinzessin)
Hoheit
Frau (Vorname) Herzogin X
Ihrer Hoheit Herzogin (Vorname) X
Sehr geehrte Frau Herzogin X
Herzogin X
Eurer Hoheit
Abkömmlinge ehemals regierender Häuser (Prinzen, Erbgroßherzöge, Markgrafen usw.)Herr (Adelsbezeichnung) und Zuname (von Sachsen, von Baden)Herrn (Frau) Vorname, Adelsbezeichnung, von Zuname
Seiner (Ihrer) Königlichen Hoheit
Sehr geehrter Herr
Eure Königliche Hoheit
Seit 1919 gelten Adelsbezeichnungen als Teil des Namens. Rechtliche Ansprüche auf Adelsprädikate bestehen nicht; sie haben sich aber im gesellschaftlichen Leben erhalten. Die zuerst genannte Anrede (Anschrift) entspricht den gesetzlichen Vorschriften, die Zweite ist gesellschaftlich üblich.
ein aufgrund von Geburt, Besitz oder Verdienst erworbener Stand mit erblichen Privilegien; in allen Hochkulturen eine Form der politischen, militärischen und kulturellen Führungs- und Herrschaftsschicht. In Europa fand der Adel seine entscheidende Ausprägung im Mittelalter (Lehnswesen), er bestimmte bis ins 18. und 19. Jahrhundert das politische, militärische und zu großen Teilen auch das kulturelle Leben. Im Frankenreich verschmolz der Uradel mit dem Stammesadel (Hochadel). Im Hochmittelalter bildete sich aus den freien Rittern und Ministerialen der niedere Adel, der zum Träger der ritterlichen Kultur wurde. Vom Uradel (alle bis 1350 nachweisbar adeligen Familien), der nicht verliehen, allenfalls im Rang erhöht wurde, unterscheidet sich der seit dem 16. Jahrhundert vorkommende Briefadel, der durch kaiserliches Adelsdiplom (Adelsbrief) verliehen, im 17. und 18. Jahrhundert auch erkauft wurde. Bis 1806 konnte in Deutschland nur der Kaiser den Adel verleihen, später auch die Landesherren. Neben dem erblichen Adel gab es den Personen- bzw. Verdienstadel, der oft an bestimmte Ämter gebunden war.
Bis ins 18. und 19. Jahrhundert genoss der Adel politische und soziale Vorrechte (politische Mitwirkung, Steuerfreiheiten, Anspruch auf Dienste und Abgaben seiner Bauern, höheren sozialen Rang, Anspruch auf die höheren Beamten- und Offiziersstellen). Seine politischen Vorrechte sind ihm weitgehend im Absolutismus, die sozialen durch die im Gefolge der Französischen Revolution eingetretenen gesellschaftlichen Umbildungen verloren gegangen.
In Deutschland blieb nach 1919 die Führung des Adelstitels als Bestandteil des Namens erlaubt, wurde aber in anderen Ländern (z. B. Österreich) abgeschafft. In den kommunistisch regierten Ländern wurde der Adel ausgerottet oder vertrieben; in einigen Staaten (z. B. Großbritannien) sind ihm noch Reste seines alten gesellschaftlich-politischen Einflusses geblieben.
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