wissen.de
You voted 1. Total votes: 179
wissen.de Artikel

Lebensmittel und Medikamente: Vorsicht Wechselwirkung!

...

Broccoli
Das Vitamin K in grünem Gemüse wie Broccoli kann die Wirksamkeit von Blutverdünnern herabsetzen.
5. Grünes Gemüse

Grünes Gemüse wie Brokkoli, Spinat oder Salat enthält viel Vitamin K. Diesen Stoff braucht der Körper für die Blutgerinnung. Medikamente, die die natürliche Blutgerinnung herabsetzen sollen, machen sich diese Eigenschaft zunutze: Sie blockieren gezielt die Wirkweise des Vitamins und verdünnen auf diese Weise das Blut. Das ist zum Beispiel bei Patienten nötig, die ein hohes Risiko haben, eine Thrombose zu bekommen.

Nehmen Betroffene nun auf einmal größere Mengen an Vitamin K auf als normalerweise, wirken ihre Medikamente nicht mehr so gut wie sonst. Damit die vom Arzt verschriebene Dosis verlässlich wirkt, sollten Patienten grünes Gemüse zwar regelmäßig, aber nur in Maßen verzehren. Wichtig ist vor allem, die aufgenommene Menge halbwegs konstant zu halten.

Lakritzschnecken
Der Lakritzanteil in Süßwaren liegt zwar nur bei etwa fünf Prozent. Da bereits hundert Gramm reines Lakritz täglich zu Bluthochdruck und Herzrhythmusstörungen führen können, ist aber auch hier Vorsicht angebracht.
6. Lakritz

Lakritz schmeckt lecker, kann aber den Blutdruck in die Höhe treiben. Wer ohnehin an Bluthochdruck leidet und blutdrucksenkende Medikamente einnehmen muss, sollte daher nur geringe Mengen von der Süßigkeit naschen. Hinzu kommt: Der in Lakritz enthaltene natürliche Süßstoff Glycyrrhizin entzieht dem Körper Kalium. Ein Defizit kann unter anderem zu Wassereinlagerungen im Gewebe, Muskelschwäche und Müdigkeit führen. Neben Menschen mit Bluthochdruck sollten sich auch Herz-Kreislauf-Patienten, Diabetiker und Schwangere nur gelegentlich eine süße Schnecke gönnen.

Zwei volle Biergläser
Alkohol löst mit Abstand die meisten Wechselwirkungen aus.
7. Alkohol

Alkohol und Arzneimittel: Das ist bekanntermaßen eine ganz schlechte Kombination. Denn Alkohol löst mit Abstand die meisten gefährlichen Wechselwirkungen aus. Die Ursachen dafür sind vielfältig. So ist zum Beispiel bei Schlaf- und Beruhigungsmitteln, Antidepressiva oder anderen Psychopharmaka mit Problemen zu rechnen, weil diese ähnlich wirken wie der Alkohol selbst: Sie dämpfen das zentrale Nervensystem. Gemeinsam eingenommen kann es daher zu einer gefährlichen Verstärkung dieser Wirkung kommen - und im Extremfall zum Atem- oder Herzstillstand.

Darüber hinaus greift Alkohol grundsätzlich in den Stoffwechsel ein und verlangsamt ihn. Medikamente werden dadurch verzögert abgebaut, Wirkungen und Nebenwirkungen halten länger an. Umgekehrt verlangsamen bestimmte Medikamente auch den Abbau des Alkohols. Dazu gehören unter anderem Antibiotika wie Metronidazol. Schon geringe Alkoholmengen können dann zu heftigen Reaktionen wie Übelkeit oder Herzrasen führen. Besondere Vorsicht gilt zudem bei der Einnahme von Paracetamol: Alkohol verstärkt die leberschädigende Wirkung des Schmerzmittels.

DAL, 27.04.2017
You voted 1. Total votes: 179