wissen.de
Total votes: 110
wissen.de Artikel

Komplexe Regeneration

Heilung aus sich selbst heraus

Wir erleben es täglich: der kleine Schnitt beim Rasieren, ein Splitter im Finger oder das abgeschürfte Knie. Meist sind es kleine Verletzungen, die schnell verheilen und uns kaum beeinträchtigen. Aber gerade das zeigt, in welch hohem Maße die Haut zur Regeneration befähigt ist. Unermüdlich muss sie sich gegen die schädlichen Einwirkungen von außen zur Wehr setzen. Jeder Heilungsprozess ist dabei durchdie Abfolge komplizierter biochemischer Vorgänge gekennzeichnet, und selbstbei größeren Wunden vermag die Haut in Zusammenarbeit mit dem Gefäßsystem Erstaunliches zu leisten.

Die Fähigkeit zur Regeneration von verloren gegangenen Zellen und Geweben ist eine Eigenschaft fast aller Lebewesen. Eindrucksvoll zeigt sich dies am Beispiel einer Eidechse, die, um ihrem Fressfeind zu entkommen, ihren Schwanz "abwirft", der bald darauf durch einen neuen ersetzt wird. Allerdings nimmt die Regenerationsfähigkeit mit steigender Organisationshöhe der Organismen ab. Beim Menschen ist sie von dem betroffenen Gewebe abhängig. Abschluss- und Bindegewebe sind außerordentlich regenerationsfähig, die Muskulatur des Herzens und bestimmte Nervenzellen dagegen überhaupt nicht. Allgemein grenzt man die physiologische Regeneration, den natürlichen Ersatz von abgestorbenen Zellen und Gewebe (z.B. von Blutzellen, Haaren, oberen Hautschichten), von der pathologischen oder reparativen Regeneration ab, die in enger Beziehung zur Wundheilung steht. Die primäre Wundheilung (z. B. nach einer Operation) erfolgt innerhalb von vier bis sechs Tagen unter Verklebung eng zusammenliegender Wundränder. Bei weit auseinanderklaffenden Wundrändern, nach Wundinfektion oder bei stark geschädigten Wundrändern dagegen setzt die sekundäre Wundheilung ein. Diese dauert länger, die Entzündungserscheinungensind stärker, und es kommt zur Bildung des Granulationsgewebes, das für die Auffüllung der Wundhöhle sorgt.

Phasen der Wundheilung

Die Wundheilung läuft in der Regel in drei aufeinander folgenden Phasen ab: Exsudations-, Proliferations- und Differenzierungsphase. Je nach Art der Wunde können diese Phasen unterschiedlich stark ausgeprägt sein. Darüber hinaus beeinflussen auch Lebensalter, bestimmte Hormone und der allgemeine Gesundheitszustand den Heilungsprozess.

... klicken Sie zum Weiterlesen auf den folgenden Button
Total votes: 110