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"Keine Aufregung wegen einiger toter Juden"

Original-Berichte vom 9. November 1938

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Pogrome 1938, zerstörte Geschäfte mit Glassplittern

17.11.1938, Berlin. Zerstörte jüdische Geschäfte in den Straßen von Berlin. Hinter dem prosaischen Titel "Reichkristallnacht" verbirgt sich der erste konzentrierte Angriff auf jüdische Mitbürger in der Nacht vom 9. auf den 10. November 1938. In dieser Nacht werden auf Veranlassung von Joseph Goebbels in vielen deutschen Städten jüdische Geschäfte, Wohnungen und Gotteshäuser zerstört, geplündert und in Brand gesteckt.

Gegen 1 Uhr verschickt das Geheime Staatspolizeiamt ein Rundschreiben an alle Leitstellen der Geheimen Staatspolizei (Gestapo) und des Sicherheitsdienstes (Auszug):
"Aufgrund des Attentats gegen Leg. Sekr. v. Rath sind im Verlauf der heutigen Nacht - 9./10.11.38 - im ganzen Reich Demonstrationen gegen die Juden zu erwarten. Für die Behandlung dieser Vorgänge ergehen folgende Anordnungen.

1.) Die Leiter der Staatspolizeistellen oder ihre Stellvertreter haben sofort nach Eingang dieses Fernschreibens mit den für ihren Bezirk zuständigen Politischen Leitungen ... fernmündlich Verbindung aufzunehmen, und eine Besprechung über die Durchführung der Demonstrationen zu vereinbaren, zu der der zuständige Inspekteur oder Kommandeur der Ordnungspolizei zuzuziehen ist. In dieser Besprechung ist der Politischen Leitung mitzuteilen, dass die Deutsche Polizei vom Reichsführer der SS und Chef der Deutschen Polizei die folgenden Weisungen erhalten hat, denen die Maßnahmen der Politischen Leitung zweckmäßig anzupassen wären: a) Es dürfen nur solche Maßnahmen getroffen werden, die keine Gefährdung deutschen Lebens oder Eigentums mit sich bringen ... b) Geschäfte und Wohnungen von Juden dürfen nur zerstört, nicht geplündert werden ... d) Ausländische Staatsangehörige dürfen - selbst wenn sie Juden sind - nicht belästigt werden.

2.) Unter der Voraussetzung, dass die unter 1.) angegebenen Richtlinien eingehalten werden, sind die stattfindenden Demonstrationen von der Polizei nicht zu verhindern, sondern nur auf die Einhaltung der Richtlinien zu überwachen.

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