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Kaukasus - Bedrohte Artenvielfalt zwischen Europa und Asien

Im subtropischen Winterspiele-Ort Sotschi sind vom sonnigen Strand aus die schneebedeckten Berge sichtbar. Dieser Blick vermittelt jedoch bestenfalls eine Ahnung von den Ausmaßen der Bergkette, die Europa und Asien in diesem Teil der Welt trennt. Von der vielfältigen Tier- und Pflanzenwelt der grünen Bergwälder und verschneiten Hochebenen sieht man allerdings noch nichts. Vom äußersten Süden Russlands, entlang am Schwarzen Meer, durch die Türkei, Georgien und Armenien bis nach Aserbaidschan ans Kaspische Meer erstreckt sich diese Gebirgskette, die zugleich die artenreichste Region Europas ist: der Kaukasus.

Grenze entscheidet über höchsten Berg Europas

Da die Kontinente Europa und Asien eine einzelne Landmasse bilden, ist die sogenannte innereurasische Grenze nur schwer zu definieren. Nach manchen Konventionen stellt die Wasserscheide zwischen Nord- und Südhängen des Kaukasus einen Teil dieser Grenze. Vor allem im deutschsprachigen Raum legen Geologen diese Grenze jedoch in die etwa 300 Kilometer weiter nördlich liegende Manytsch-Niederung. Diese Senke bildete erdhistorisch mehrmals eine Verbindung zwischen Schwarzem und Kaspischem Meer. Zieht man die innereurasische Grenze hier, so ist der Mont Blanc in den Alpen mit 4.810 Metern der höchste Berg Europas.

Blick auf den Elbrus (Gemälde)
Elbrus

Blick auf den Elbrus, Ölgemälde des russischen Malers Arkhip Kuindzhi (1842-1910)

Der Kaukasus bietet jedoch noch höhere Gipfel, gleich acht überragen selbst den Mont Blanc. Der höchste davon, der Elbrus, hätte Anspruch auf den Titel als Europas höchster Berg, wenn man den Kaukasus als Grenze nach Asien bezeichnet. Der schlafende Vulkan ragt stolze 5.642 Meter über Meereshöhe hinaus. Vor etwa 2.000 Jahren brach er das letzte Mal aus, heute zeugen lediglich heiße Quellen und austretendes Gas um den Gipfel von schwacher Aktivität. Der Gipfel des Elbrus ist, wie die meisten Berge im Kaukasus, von Schnee und Gletschern bedeckt. Trotz des gemäßigten bis subtropischen Klimas schneit und regnet es häufig an den Hängen des Kaukasus: Die Winde vom Schwarzen Meer bringen viel Wasser mit.

Unter diesen Bedingungen hat sich eine Vielfalt von Tier- und Pflanzenarten entwickelt, wie man sie in Europa nirgendwo sonst mehr findet. Für manche Tiere bietet der Kaukasus eine letzte Zuflucht, hier sind zum Beispiel noch Wölfe und Luchse heimisch. Rothirsche und Wildschweine sind in den Wäldern häufig anzutreffen. Auf den felsigen Berghängen klettern und springen Steinböcke und Gemsen. In den klaren Gebirgsflüssen findet man noch den selten gewordenen Beluga-Stör, wenn er zum Laichen die Wasserläufe hinauf wandert. Dass die Eier dieses Fisches als Beluga-Kaviar so hoch gehandelt werden, ist ihm mittlerweile zum Verhängnis geworden: Durch Überfischung ist der Beluga-Stör nahezu ausgerottet. Der Kaukasus-Elch ist bereits ausgestorben.

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