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Journalistische Stilformen

Aber bitte mit Stil

Für Journalisten dürfte zweifelsfrei feststehen: Am Anfang war die Tat! Denn gerade die schreibende Zunft setzt ein Ereignis ins geschriebene Wort um. Nur wie? Dafür gibt es einen bunten Strauss von Möglichkeiten. Bevor der Schreiber mit der Feder ausholt, muss er sich im Klaren darüber sein, welche Stilform er für seinen Artikel wählt. Eine Vermischung der unterschiedlichen Möglichkeiten - von der kurzen Nachricht bis zum knackigen Kommentar - ist für den seriösen und hochwertigen Journalismus tödlich. Sie haut den Leser übers Ohr, weil er nicht weiß, ob er Information oder Meinung aufgetischt bekommt.

Meinung und Information trennen

Das ist die Grundregel, an die sich jeder Journalist zu halten hat. Der Leser möchte wissen, ob er nur informiert wird oder eine begründete Meinung erwarten darf.

Wie viel Meinung ist erlaubt?

keine  viel
    
Nachricht   
Bericht   
Interview   
 Reportage  
 Feature  
  Kritik / Rezension 
   Kommentar
   Glosse

Die Überschrift

Die Überschrift und der erste Satz (Leadsatz) entscheiden darüber, ob ein Artikel gelesen wird. Selbst geübte Journalisten knobeln an diesem Köder manchmal länger als für viele Zeilen des restlichen Textes.

Überschriften

  • haben einen inhaltlichen Bezug zum Folgenden
  • sind kein Kommentar (bei informierenden Beiträgen)
  • geben kurz den wesentlichen Inhalt wieder
  • wecken Neugier zum Weiterlesen
  • erzeugen Spannung

Die Sprache sollte:

  • kurz und knapp sein (auf Artikel kann verzichtet werden)
  • Verben enthalten
  • in der Regel im Präsens stehen

Überschriften sollten bei Aussagen eine Quelle enthalten. Beide können mit einem Doppelpunkt miteinander verbunden sein („Jackson: Ich hasse meine Fans!“). Ist die Quelle nicht so wichtig oder wird sie in einer Unterzeile genannt, kann ein Zitat in Anführungszeichen ebenfalls eine Überschrift sein. Dies ist die beste Lösung, da der Doppelpunkt den Textfluss hemmt - aus diesem Grunde waren eine Zeit lang bei einer großen Wochenzeitung Doppelpunkte im Prinzip „verboten“.

Über Berichten sind Fragezeichen nicht angebracht, schließlich sollen Fakten vermittelt werden.

Die Aufgliederung ist in Deutschland in zwei Teile üblich:

  • Haupttitel oder Headline mit dem wichtigsten Sachverhalt
  • Weitere Infos in der Unterzeile

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