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John F. Kennedy – das Attentat

Das blutige Ende eines Traums

Das Amerika der 60er-Jahre wurde von einer ganzen Reihe von Attentaten erschüttert. Durch Anschläge starben 1968 der schwarze Bürgerrechtler und Baptistenpfarrer Martin Luther King sowie der Justizminister und Präsidentschaftskandidat Robert Kennedy. Erschüttert war die Welt aber vor allem von dem Attentat auf Präsident John F. Kennedy am 22. November 1963.

Der im Vergleich zu seinen Vorgängern und seinem Gegenkandidaten Richard Nixon jung und dynamisch wirkende Präsident war im In- und Ausland beliebt. Seine Politik der "new frontiers", der neuen Grenzen, war neu und visionär und fand bei der jungen Generation und den Intellektuellen begeisterten Anklang. Seine Vorstöße in der Sozial- und Bildungspolitik wurden allerdings häufig vom konservativ regierten Kongress zu Fall gebracht. Sein ehrgeiziges Weltraumprogramm jedoch, zu dessen Zielen die Entsendung von Menschen auf den Mond noch im gleichen Jahrzehnt gehörte, wurde auch im Kongress akzeptiert.

Politischer Sprengstoff war allerdings die Bürgerrechtsfrage. Engagierte Schwarze und auch Weiße kämpften für gleiche Rechte und gegen die Benachteiligung der Afroamerikaner vor allem in den Südstaaten. Besonders Rosa Parks löste Unruhen aus, als sie sich weigerte, ihren Sitzplatz in einem Bus für einen Weißen frei zu machen. Und in Alabama mussten die ersten schwarzen Studenten unter Polizeischutz das Universitätsgebäude betreten. Innenpolitisch war die Kennedy-Regierung eine Zeit des Aufbruchs und der Erneuerung für die gesamte amerikanische Gesellschaft.

Außenpolitisch dominierte der Kalte Krieg. Zu Auseinandersetzungen Amerikas mit der zweiten Supermacht, der Sowjetunion, kam es weltweit, auf Kuba ebenso wie in Berlin oder Vietnam, wo Kennedy sein Land in einen Krieg verwickelte. Kennedys Politik stand für eine moderne und gerechte Gesellschaft und weltweite Hoffnungen auf Entspannung. Auch das private Leben des charismatischen Präsidenten, der Glamour der reichen Familie, seine Affären und das gute Verhältnis zu vielen Künstlern, mit denen er sich umgab, wurde von der Öffentlichkeit mit großem Interesse verfolgt.

Am 22. November 1963 wollte der Präsident im texanischen Dallas Streitigkeiten innerhalb der demokratischen Partei beilegen. Er und seine elegante Ehefrau Jacqueline unternahmen in einem offenen Wagen eine Spazierfahrt durch Dallas, als den Präsidenten aus größerer Entfernung zwei Gewehrschüsse in den Kopf trafen. Seine Gattin versuchte in Panik, über den breiten Kofferraum des Wagens zu entkommen.

Doch obwohl tausende von Menschen die Straßen säumten und ein Amateurfilmer sogar den Augenblick mit der Kamera festgehalten hat, ist das vielleicht meist untersuchte Verbrechen dieses Jahrhunderts noch immer nicht restlos aufgeklärt. Wer war der Attentäter? War es der in einem Schulbuchmagazin seitlich der Route postierte Lee Harvey Oswald, der die Schüsse abgegeben hat? War er allein, oder gab es Helfer? Wurde der Präsident durch verärgerte Exilkubaner ermordet? Vielleicht durch gedungene Mörder im Auftrag der Rüstungsindustrie, die an einer Fortsetzung des Kalten Krieges und des Vietnamkrieges interessiert war? Oder war es ein Auftragsmord vom amerikanischen Geheimdienst? Was wusste der Vizepräsident und Kennedy-Nachfolger Lyndon B. Johnson? Die zur Untersuchung des Attentats eingesetzte Warrenkommission kam zu dem Urteil, der dringend tatverdächtige und als Kommunist verschriene Lee Harvey Oswald, sei ein Einzeltäter gewesen. Kurz nach dem Attentat wurde Oswald erschossen. Widersprüchliche Aussagen und immer wieder geäußerte Theorien zum Tathergang zeigen, dass das öffentliche Interesse am ungelösten Attentat von Dallas noch immer ungebrochen ist.

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