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Jahr der Wüsten und Wüstenbildung

Die Wüstengebiete werden weltweit immer größer. Jährlich gehen durch Desertifikation rund eine halbe Million Hektar Land verloren, vor allem in Afrika. Das entspricht einer Fläche, die doppelt so groß ist wie das Saarland.

Die Wüstengebiete werden weltweit immer größer. Jährlich gehen durch Desertifikation rund eine halbe Million Hektar Land verloren, vor allem in Afrika. Das entspricht einer Fläche, die doppelt so groß ist wie das Saarland. Die Vereinten Nationen (UN) schätzen: Mehr als eine Milliarde Menschen in über hundert Ländern sind von der Wüstenbildung betroffen. Ihre Lebensgrundlage ist bedroht, es geht um jährliche Ernteausfälle in Höhe von 42 Milliarden Dollar. Die Menschen fliehen wegen ihrer ausgelaugten Böden in die Städte. Die Uno versuchte bereits im Jahr 1994 mit einer Wüstenkonvention, die zwei Jahre später in Kraft trat, gegenzusteuern. Große Erfolge wurden damit nicht erzielt. Daher hat sie das Jahr 2006 zum „Jahr der Wüste und Wüstenbildung“ ausgerufen. Die Welt soll damit für „eines der drängendsten globalen Umweltprobleme sensibilisiert werden“.

Die Desertifikation ist ein vielschichtiger Prozess. Er wird von Menschen in Gang gesetzt und durch den Klimawandel noch verschärft. Desertifikation tritt ein, wenn in Gebieten mit trockenem Klima Wasser, Boden und Vegetation zu intensiv durch den Menschen genutzt werden. Die Vegetation geht zurück oder verschwindet ganz, Wasser wird zum Mangelgut, Böden gehen durch Erosion, Versalzung und Versandung verloren. Sand wird vom Wind verfrachtet und zerstört die Infrastruktur, das Land wird unfruchtbar und verödet. Immerhin sind 40 Prozent der Landfläche der Erde Trockengebiete, 1,7 Milliarden Menschen, also 38 Prozent der Weltbevölkerung, leben dort. Laut dem Millennium Ecosystem Assessment sind bereits bis zu 20 Prozent der Trockengebiete degradiert. Anzeichen einer Desertifikation gebe es in den meisten Trockengebieten. 110 Länder und 36 Millionen Quadratkilometer sind betroffen, eine Fläche dreieinhalb Mal so groß wie Europa. 40 Prozent der afrikanischen Bevölkerung lebe in diesen Gebieten, in Asien sind es 39 Prozent und in Südamerika 30 Prozent.

Mehr Wüste - mehr Armut

Die Übernutzung der natürlichen Ressourcen und die damit einhergehende Desertifikation werden oft durch Armut und Bevölkerungsdruck hervorgerufen. Die Wüstenbildung wiederum führt zu noch mehr Armut – eine Abwärtsspirale. Aber auch Industrie und kommerzielle Landwirtschaft haben die Probleme in vielen betroffenen Regionen mit zu verantworten. Monokulturen und die Rodung der Vegetation fördern die Wüstenbildung zusätzlich. Die Folgen der Desertifikation reichen dabei weit über die unmittelbar betroffenen Länder hinaus. Die Zunahme von Hunger und Armut lässt die Konflikte um Weideland und Wasser eskalieren, viele Menschen verlassen ihre Heimat. Wissenschaftler sagen vorher, dass es in fünf Jahren 50 Millionen Umweltflüchtlinge geben wird.

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Von Iris Hilberth
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