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Ist der Orca wirklich ein „Mörderwal“?

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Dass Schwertwale sehr sprachbegabt sind, zeigt das Beispiel eines Orcas aus dem Vancouver Aquarium. Zunächst benutzte er die Sprache seiner Familiengruppe. Als er aber mit einem Weibchen aus einer anderen Gruppe zusammen war, übernahm er dessen Dialekt. Nach dem Tod des Weibchens kehrte er wieder zu seiner ursprünglichen Sprache zurück, die er nicht vergessen hatte. Als zwei neue Schwertwale zu ihm ins Becken kamen, stellte er sich mühelos auch auf deren Sprache ein.

Den Namen “Möderwal“ verdanken die Tiere wohl ihrer Ernährungsweise. Orcas fressen Fische, Robben, Pinguine und kleinere Wale. Sogar an große Bartenwale wagen sie sich heran. So hat man schon beobachtet, wie eine Gruppe Orcas einen Grauwal zerfleischte, indem sie große Fleischstücke aus dem noch lebenden Tier rissen. Vielfach spezialisieren sich die Gruppen aber auf eine bevorzugte Beuteart. So fangen sie vor der Küste Norwegens vor allem Heringe, die es hier überreichlich gibt. Vor der kanadischen Küste sind Lachse ihre Hauptbeute, während die Wale der südlichen Hemisphäre, vor allem in der Antarktis sich oft auf Pinguine oder Robben spezialisiert hat.

Die Kiefer des Großen Schwertwals tragen etwa 50 starke, spitze Zähne. Damit zerkleinert er seine Beutetiere, die er manchmal sogar bis auf den Strand verfolgt. Sein beeindruckendes Gebiss und seine raubtierhafte Ernährungsweise haben ihm den zweifelhaften Images eines “Killerwals“ eingetragen, eine ziemlich vermenschlichende Bezeichnung für ein Tier, das andere Tiere erbeutet, weil es an diese Art des Nahrungserwerbs angepasst ist.

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