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Interkulturelle Kompetenz: Wie verhalte ich mich in China richtig?

China ist nicht nur ein faszinierendes Land mit einer reichen und alten Kultur, auch als Wirtschaftsstandort wird das "Reich der Mitte" immer wichtiger. Immer mehr Europäer halten sich kürzer oder länger in China auf oder haben Kontakt mit chinesischen Partnern. Das aber hat seine Tücken, schnell tritt man ungewollt ins kulturelle und soziale Fettnäpfchen.

Chinesische Familie beim Essen
Chinesische Familie

Chinesen orientieren sich im Geschäftsleben häufig am klassischen amerikanischen Ideal und tragen Anzug und Krawatte – privat wird die Garderobe flexibel gehandhabt.

Zwischen Deutschland und China liegen nicht nur tausende von Kilometern, auch in vielen kulturellen und sozialen Aspekten trennen beide Länder in manchen Dingen Welten. Wer sich nicht auskennt, begeht daher leicht einen sozialen Fauxpas. Denn wenn es um Beziehungen geschäftlicher und persönlicher Art geht, gelten in China in vielen Dingen andere Regeln als bei uns.

Gerade für Menschen, die beruflich nach China reisen und dort beispielsweise Geschäftsbeziehungen knüpfen sollen, ist es daher wichtig, interkulturelle Kompetenz zu entwickeln - ein Gefühl für sein Gegenüber, dessen Bedürfnisse und erwünschte Verhaltensweisen. Markus Eidam, Experte für Interkulturelle Coachings von Eidam & Partner, stellt hier einige der wichtigsten Unterschiede vor. Aber wie überall gilt natürlich auch hier: "Den" Chinesen gibt es nicht, nicht jeder verhält sich gleich. Dennoch können die hier gegebenen Hinweise als erster Anhaltspunkt dienen.

Die Gruppe ist wichtig - das Danwei-System

In China herrscht ein eher kollektivistisches Gedankengut: Jeder Mensch gehört wenigen spezifischen Gruppen, zum Beispiel einer Familie oder einem Freundeskreis an. Dabei steht im chinesischen Kulturkreis nicht die einzelne Person, sondern die ganze Gruppe im Vordergrund. "Dementsprechend wird auch das Wohl der Gruppe über die Befindlichkeiten des Einzelnen gestellt", erklärt Eidam. Entscheidungen werden meist innerhalb der Gruppe getroffen.

In diesen Gemeinschaften verbleiben Chinesen oft ein Leben lang und hegen ihnen gegenüber sehr große Loyalität. Bevor man Fremde als Teil der eigenen Gruppe akzeptiert, müssen diese zunächst zeigen, dass sie ein solches Vertrauen verdient haben. Dementsprechend ist es durchaus üblich, dass Fremde zunächst skeptisch angesehen werden. Auch in ihren eigenen Familienstrukturen denken viele Chinesen oft gruppenorientiert. Familienbeziehungen werden auf enge und vertraute Weise gepflegt. Es ist meist selbstverständlich, dass ältere Menschen von den Jüngeren der Familie versorgt werden.

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Markus Eidam
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