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INSP – International Network of Streetpapers

Wir und die anderen

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In 2002 konnten wir der brasilianischen Straßenzeitung „Bocca de Rua" helfen, ihr „Bildungs- und Gesundheitsprogramm" aufzubauen und nebenbei dadurch die Auflage ihrer Straßenzeitung zu verdoppeln. Sie arbeitet in der Nähe von Porto Allegre mit jungen Menschen zusammen. Clarinha Glock, die Initiatorin, hat nicht nur Herz, sondern auch Verstand, und nach ihrem dringenden Hilferuf beim INSP-Treffen in Madrid war klar, wir mussten helfen, soweit es uns möglich war.

In 2003, unserem Jubiläumsjahr, verhalfen wir der Straßenzeitschrift „Factor S" in Uruguay zu einer Anschubfinanzierung für ein soziales Projekt, mit dem etliche feste Arbeitsplätze für Betroffene geschaffen werden. Nicolas Minetti informierte uns über die lokalen Gegebenheiten und seine Geschäftsidee: Da es in Uruguay fast nur schlechten Toner gibt und die Toner-Kartuschen sehr teuer in der Anschaffung sind, hatte er die Idee, Kartuschen zu kaufen und mit dem Nachfüllen und Recyceln der Kartuschen ein Geschäft aufzubauen. Mit Hilfe eines Freundes aus Florida, der guten Toner günstig von dort liefern kann, wollte er ein Kontingent von Toner-Kartuschen kaufen und dann einen Vertrag mit der Stadtverwaltung abschließen, seinem ersten großen Kunden. Für diese tolle Idee fehlten ihm nur 3000 Euro, um den Anfangsbestand der Betriebsmittel zu finanzieren, aber niemand wollte sie ihm leihen, obwohl er einen präzisen Business-Plan vorgelegt hatte. Aber wofür hat man Freunde? Und es ist uns eine Ehre, so einer guten und durchdachten Geschäftsidee zur Realisierung zu verhelfen. Wir BISSler halten unser Geld fest zusammen und unterstützen nur Projekte, von denen wir überzeugt sind. Dann allerdings kennen wir keine Landesgrenzen.

Aber auch bei den anderen tut sich in dieser Hinsicht etwas! „The Big Issue in the North" sowie „The Big Issue Scotland" sind gerade dabei, Anstellungsmodelle für Verkäufer auszuprobieren, und „The Big Issue" in London denkt intensiv darüber nach. Die Schweizer Zeitung „Surprise" stellte am 1. August 2003 den ersten Verkäufer an. Die Schweizer versuchen ohnehin immer, dem Netzwerk auch Impulse zu geben. Zum Beispiel sind sie gerade dabei, eine Software speziell für Straßenzeitungen zu entwickeln, die die fünf größten Zeitungen gemeinsam kaufen sollen, damit alle anderen sie mit Einverständnis des Herstellers kostenlos nutzen können.

Am 1. September 2003 sind auch drei Verkäufer der spanischen Zeitung „Milhistorias" stolze Angestellte geworden.

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Hildegard Denninger, © BISS
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