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Inklusion – gut für Behinderte und Nicht-Behinderte

Eine Stiftung macht vor, wie Behinderte gleichberechtigt an der Gesellschaft teilhaben können.

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Führungskräfte lernen von behinderten Künstlern

Doch sollen die Pfennigparaden-Mitglieder nicht nur ihren Platz in der Welt der Nicht-Behinderten einnehmen, sondern diese auch zu sich einladen. Zum Beispiel in die Groupe Smirage. In ihrem Atelier weisen behinderte Künstler ihre Besucher, häufig Führungskräfte, in die Malerei ein. Ein Perspektivenwechsel, von dem beide Seiten profitieren.

Auch wenn die Künstler an normalen Tagen unter sich bleiben, nehmen sie an der Welt „draußen“ teil: Ihre Werke werden ausgestellt und verkauft. Immerhin müssen die Werkstätten wirtschaftlich arbeiten. Geschäftsführerin Hoelbe erklärt: „Kunst ist bei uns Arbeit.“ Der Kreativität der Malgruppe tut das keinen Abbruch. Es entstehen beeindruckende Portraits, Landschafts- und Tierbilder sowie abstrakte Werke in Öl und Aquarell. Und es herrscht das Selbstverständnis vor, in erster Linie Künstler zu sein – statt behindert.

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Selbstverständnis: Künstler

Sebastian Richter (links) und seine KollegInnen versenden den jährlichen Kalender der Kunstgruppen.

Auch in der digitalen Gruppe Mouse Art bleibt kein Zweifel am gefestigten Selbstbild der Photoshop-Profis. Sebastian Richter, der früher Koch war und seit drei Jahren zu Mouse Art gehört, sagt: „Natürlich bin ich Künstler. Am liebsten bearbeite ich eigene Fotos von Menschen, Tieren und Gebäuden.“ Wie viele andere Werkstatt-Beschäftigte wohnt der 26-jährige Rollifahrer in einer ambulanten Wohngruppe. Er und seine zwei Mitbewohner leben selbstständiger, als es in einer stationären Wohngruppe möglich wäre, sind aber nicht ganz auf sich gestellt – dank der psychosozialen Betreuung, die etwa mit Kostenträgern verhandelt, Fahrdienste und persönliche Assistenten vermittelt, sowie dem ambulanten 24-Stunden-Pflegedienst.

Die in 13 Tochtergesellschaften gegliederte Stiftung Pfennigparade garantiert eine umfangreiche therapeutische Begleitung. Dank der kurzen Wege auf dem Campus können die Werkstatt-Beschäftigten ihre Therapien und Arztbesuche während der Arbeitszeit absolvieren.

 

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von wissen.de-Autorin Susanne Böllert, Januar 2014
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