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Immobilien als Altersvorsorge: die Vor- und Nachteile

Mit der gesetzlichen Rente wird es wohl sehr knapp werden - zumindest, wenn man den Experten glauben darf. Um den Lebensstandard auch im Alter halten zu können, sollte man etwa 80 Prozent des letzten Nettoeinkommens zur Verfügung haben. Im Regelfall erreicht man das jedoch mit der gesetzlichen Rente nicht. Im Gegenteil: Das Rentenniveau liegt aktuell bei rund 48 Prozent. Das bedeutet, dass man 48 Prozent von dem Geld bekommt, was man im Arbeitsleben im Schnitt verdient hat. Hier muss man also selbst aktiv werden und die Rente aufbessern. Besonders beliebt sind Immobilien als Altersvorsorge.

Symbolbild Schlüsselübergabe
Ein Haus kann eine gute Ergänzung zur gesetzlichen Rente darstellen.

Rente heutzutage

Experten gehen davon aus, dass das Rentenniveau immer weiter sinken wird. Bis zum Jahr 2030 soll es gerade einmal noch bei 44,3 Prozent liegen. Für junge Menschen ist es deshalb sehr wichtig, sich möglichst früh um Alternativen zur gesetzlichen Rente zu kümmern, damit diese Rentenlücke im Alter ausgeglichen werden kann und man nicht jeden Cent zweimal umdrehen muss.  

Hierzu bieten verschiedene Anbieter eine große Zahl an unterschiedlichen Modellen an. Eines der berühmtesten Beispiele ist wohl die Riester-Rente, die staatlich gefördert wird. Allerdings lohnt sich diese Form der Rente trotz Förderung nicht für jeden.

Daneben gibt es eine Vielzahl anderer Möglichkeiten privat fürs Alter vorzusorgen, unter anderem auch die Immobilie. Die wird entweder mit Eigenkapital, einem Kredit oder einer Mischung aus beidem finanziert.

Aufgrund der weiter anhaltenden Niedrigzinsphase ist es noch immer sehr günstig einen Kredit aufzunehmen. Daneben kann es sich durchaus lohnen, verschiedene Kredite miteinander zu vergleichen, um wirklich das beste Angebot zu finden. Am besten geht das online, da man hier nicht einmal auf die Öffnungszeiten der Banken angewiesen ist.

Die Vorteile einer Immobilie als Altersvorsorge

Entscheidet man sich für den Kauf oder den Bau eines Hauses oder einer Wohnung, wählt man eine Investition in eine Sache. Der Vorteil im Vergleich zu Geld ist, dass hier ein Inflationsschutz existiert. Für die Immobilie existiert immer ein echter Gegenwert fürs Kapital. Je nach Lage und Art des Hauses steigt der Wert pro Jahr um einige Prozent.

Hat man das Haus oder die Wohnung endlich abbezahlt, hat man praktisch keine Ausgaben mehr, wie etwa Miete. Lediglich die Nebenkosten und andere Kosten, die das Haus betreffen müssen gezahlt werden. Allerdings sind die im Vergleich zu den monatlichen Raten oder Mietzahlungen relativ gering, was eine deutliche finanzielle Entlastung für das monatliche Einkommen im Alter bringt.

Es steht als ein größerer Teil der monatlichen Rente zur Verfügung, als wenn man beispielsweise noch zusätzlich Miete zahlen müsste. Selbst dann, wenn man nicht in der Immobilie wohnt, kann man sich durch den Verkauf oder das Vermieten Geld „dazuverdienen“, um die Rente aufzubessern.

Nachteil einer Immobilie als Altersvorsorge

Der ganz große Nachteil bei dem Haus oder der Wohnung, die als Altersvorsorge dient, ist die Inflexibilität. Man hat zwar mit der Immobilie eine Wertanlage und generell kann man sie zu Geld machen. Allerdings muss das Haus dazu erst einmal verkauft werden, was durchaus zwischen sechs und zwölf Monaten dauern kann. Erst dann kann man auf seine Anlage zugreifen.

Wenn man als Rentner schnell Geld benötigt, da vielleicht eine Reparatur oder Ähnliches ansteht, kann man sich nicht mal eben an dem Geld bedienen, das die Immobilie wert ist. Hier sind andere Möglichkeiten der privaten Altersvorsorge deutlich flexibler, da man beispielsweise von einem Festgeldkonto einfach Geld abheben kann.

Ein weiterer Nachteil der Immobilie ist, dass sie immer gepflegt werden muss. Mit zunehmendem Alter der Immobilie können auch größere Schaden entstehen. Dadurch sind wiederum größere Reparaturen und Sanierungsmaßnahmen von Nöten, durch die Kosten entstehen. Hat man kein Eigenkapital, um die Kosten für die Sanierung zu tragen, kommt man schnell in eine Notlage, da die Banken Rentnern eher seltener Kredite zusprechen. In einem solchen Fall sollte man, wenn möglich, schnell verkaufen.

Selbst bewohnen, verkaufen oder vermieten

Alle Möglichkeiten haben ihre Vorteile und können dazu beitragen, dass man im Alter eine oder mehrere Sorgen weniger hat. Bewohnt man die Immobilie selbst, muss man keine Miete zahlen und hat auf diese Weise mehr von seiner Rente. Allerdings ist man mit einem Haus nicht liquide, bis man es verkauft und zu Geld gemacht hat.

Verkauft man das Objekt, hat man zwar einen großen Geldbetrag auf einmal, der wiederum neu investiert werden kann, allerdings ist dann das Haus weg. Entweder muss man sich dann eine neue Immobilie kaufen oder Miete zahlen.

Vermietet man die Immobilie, kann man sich über regelmäßige Geldeingänge freuen. Allerdings nimmt man dann die Rolle eines Vermieters ein und hat dann auch gewisse Pflichten gegenüber der Mieter. Außerdem kann ein vorübergehender Leerstand der Wohnung zum Ausfall der Mieteinnahmen führen.

Fazit

Grundsätzlich kann man wohl sagen, dass Immobilien auf jeden Fall eine gute Wertanlage für das Alter darstellen, zumindest für die meisten. Allerdings ist es wichtig, dass man seine komplette private Altersvorsorge nur auf eine Anlageform stützt. Besser ist es hier zu streuen.

Ein Teil kann in die Riester-Rente fließen, ein weiterer Teil wird für die Immobilie aufgewendet und ein dritter Teil könnte beispielsweise für eine Lebensversicherung genutzt werden. Letztere hat den Vorteil, dass die Familie ausreichend abgesichert ist, wenn einmal etwas passieren sollte. Bei Bedarf kann man sie im Alter dann auflösen und von dem eingezahlten Geld profitieren.

Generell muss die Sinnhaftigkeit einer Immobilie als Altersvorsorge jedoch von Fall zu Fall entschieden werden.

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