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Im Schatten des Vaters, im Licht des Vaters

Interview mit Heiner Hesse, Sohn des Schriftstellers Hermann Hesse

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1919 war Hermann Hesse nach familiären und beruflichen Turbulenzen und vor allem unter den Eindrücken des Ersten Weltkriegs nach Montagnola aufs Land geflüchtet. Hier, in die Südschweiz, nahe der italienischen Grenze, begann er nach seiner Psychotherapie bei C.G. Jung zu malen. Während der Behandlung hatte man sein zeichnerisches Talent bemerkt. Aquarelle mit Landschaftsmotiven sollten von nun an seine dichterischen Eindrücke optisch untermalen. Vielleicht noch deutlicher als im dichterischen Werk zeigt sich in den meist kleinen Bildern seine große Liebe zur Natur.

Sehnsucht liegt in der Luft

Hesses Wohnung in der Casa Camuzzi in Montagnola blickt noch heute auf den Luganer See. Es duftet im ganzen Ort nach Jasmin, die schwülstige Italien-Sehnsucht Hesses liegt in der Luft. Hier schrieb er u.a. “Siddhartha“, den “Steppenwolf“, über den die Italienisch sprechende Bevölkerung Montagnolas schon zu Hesses Lebzeiten als “lupo della steppa“ rätselte. Und schließlich entstand hier auch das Alterswerk “Das Glasperlenspiel“, für das Hesse im Jahre 1946 den Nobelpreis für Literatur erhalten hatte. Der Verleihung blieb der scheue Hesse übrigens fern - mit der Begründung, er habe nichts Passendes anzuziehen.

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