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Im Gespräch: Prof. Dr. Horst Opaschowski, Freizeitforscher

Der Institutsdirektor sprach im Mai 2002 exklusiv mit wissen.de

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Die Deutschen gelten als Reiseweltmeister. Warum reisen gerade die Deutschen besonders gerne und viel? Hat die Urlaubsreise in Deutschland eine größere Bedeutung als in anderen Ländern? Und warum?

Wir Deutschen nennen uns selbst Reiseweltmeister. Dies liegt sicherlich auch an der Vielzahl unserer Urlaubstage: 31 pro Jahr. Anderseits schränken sich viele Bundesbürger lieber in anderen Bereichen ein wie z.B. Wohnen, Essen, Trinken und Kleidung. Am Urlaub wird zuallerletzt gespart. Ein weiteres Motiv ist sicherlich auch unser Klima. Gesucht werden Wärme, Wasser, Wohlfühlen sowie Sonne, Strand und Meer.

Die Reisebranche befindet sich seit den Ereignissen vom 11. September in einer schwierigen Lage. Wird die Angst vor dem Terror Ihrer Meinung nach das Reiseverhalten der Menschen nachhaltig verändern?

Kurzfristig ja - mittel- und langfristig sicherlich nein. Die deutschen Urlaubsreisenden zeigen durchaus Krisenbewusstsein, halten aber wenig von Hysterie. Auch wenn für 2002 keine größeren Zuwachsraten zu erwarten sind, findet die von der Touristikbranche für dieses Jahr befürchtete Zitterpartie offensichtlich nicht statt. Der Eindruck entsteht: Die Reisebranche gibt sich verunsicherter als die Reisenden selbst. Von den vom B·A·T Freizeit-Forschungsinstitut befragten Bundesbürgern sind sich nur 29 Prozent noch „unsicher“, ob sie in diesem Jahr verreisen wollen oder können. Der Unsicherheitsgrad in der Bevölkerung liegt derzeit nicht höher als in den Jahren 1998 bis 2000 bzw. zur Zeit der Golfkrise im Jahr 1991. Eine Rückkehr zur Normalität deutet sich eher an - vielleicht auch eine Antwort auf neue All-inclusive-Angebote in Krisenzeiten: Nicht mehr nur Tischwein und Bargetränke, sondern auch Flugsicherheitszuschlag und Reiserücktrittsversicherung inklusive.

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