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Hoch und immer höher

Eine Reise durch China gleicht einer Tour durch unterschiedliche Zeitalter: Die ultramoderne Magnetschwebebahn in Shanghai gleitet mit 430 km/h zum Flughafen, während ein paar Kilometer entfernt der Reisbauer per Wasserbüffelkarren übers Land holpert, als lebte er noch in der Ming-Dynastie. Die elegante Shopping-Mall Oriental Plaza in Beijing nahe dem Platz des Himmlischen Friedens kontrastiert mit dem fliegenden Händler auf seinem Fahrrad in der Provinz Anhui. Hightech-Fabriken, die in Shenzhen den Apple iPod produzieren, bilden einen krassen Gegensatz zu umherziehenden Kesselflickern in Yunnan.

Land der Kontraste

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Boomtown Peking

Hoch hinaus geht es in Peking

China ist aufgespalten in Epochen: Vom Mittelalter bis zur Avantgarde reicht die Spannbreite, denn vom Aufschwung bekommen nicht alle etwas ab. China befindet sich im Wettlauf mit den führenden Wirtschaftsmächten der Welt. Manche Regionen beschleunigen rasant und haben ein Tempo vorgelegt, das nicht langsamer ist, als in Tokio oder New York. Andere Regionen des Landes scheinen dagegen noch gar nicht begriffen zu haben, dass ein Rennen im Gang ist. Sie verharren unbeweglich, sie wurden noch nicht wach geküsst vom internationalen Business und seinen Beschleunigungsmethoden. Insbesondere die Städte entlang der Küste, von Dalian im Norden über Shenyang, Tianjin, Qingdao (bis 1914 das Tsingtao der Deutschen), Nanjing, Hangzhou, Wenzhou, Fuzhou, Xiamen bis nach Hongkong im Süden, erleben einen einzigartigen Aufschwung, ermöglicht durch die schiere Zahl an Arbeitskräften, durch hohes Tempo in der Produktion, aber auch durch schnelles Denken und rasanten Lebensstil. Hier liegt Chinas Speckgürtel, in dem die meisten Menschen leben, wo am meisten investiert wird und sich eine enorme Dynamik entfaltet – auch mit ausländischer Hilfe. Die Autofabriken von Volkswagen, BMW, Toyota, General Motors, sie alle liegen in diesem küstennahen Produktivbereich. Adidas, Puma, Nike und andere lassen ihre Schuhe hier nähen, der Großteil der Textilproduktion der Welt stammt von hier, und die weltweite Computerindustrie hat hier ihre Fabriken stehen. Zwar erhalten die Arbeiter geringe Löhne, aber in der Summe der Aktivitäten entsteht in den Küstenregionen ein nie da gewesener Wohlstand. Die Küste boomt, allen voran Beijing, Shanghai und das schon immer reiche Hongkong mit seinen Satellitenstädten Shenzhen, Zhuhai, Guangzhou (Canton), alles Sonderwirtschaftszonen, die von der Regierung besonders gefördert werden. In diesen Städten wird mit großer Leidenschaft und Entschlossenheit das getan, was der ehemalige Parteichef Deng Xiaoping (1904–1997) nach der puritanischen Mao-Zeit forderte: »Reich zu sein ist erstrebenswert.«

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aus: China - Gastland der Olympischen Spiele, Chronik-Verlag
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