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Hitzewellen – Ist der Klimawandel schuld?

Sengende Sonne, Temperaturen über 30 Grad und auch nachts kaum Abkühlung – die Hitze hat Deutschland seit Anfang Juli fest im Griff. Aber ist das einfach nur ein typisch heißer Sommer oder verdanken wir diese Hitzewelle dem Klimawandel? Diese Frage ist nicht so leicht zu beantworten – es gibt aber einige Hinweise darauf, dass wir zumindest an der Häufung solcher Hitzeperioden mitschuld sind.

Das Hoch "Annelie" hat Deutschland in den letzten knapp zwei Wochen reichlich Hitze beschert. Temperaturen von knapp 40 Grad, Sonne pur, nur unterbrochen von einigen Wärmegewittern, brachte den Sommer in seiner extremsten Form zu uns. Im unterfränkischen Kitzingen kletterte das Thermometer am 5. Juli 2015 sogar auf einen Wert von 40,3 Grad – das ist ein neuer Rekord für Deutschland.

Mainpanorama von Kitzingen in Unterfranken
Der neue Rekordhalter: Kitzingen in Unterfranken

Am 5. Juli 2015 wurde hier mit 40,3 °C die höchste seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnung im Jahr 1881 in Deutschland gemessene Temperatur erreicht.

Aber ist das jetzt einfach mal wieder ein normaler, heißer Sommer? Oder ist eine solche Hitzewelle schon eine Auswirkung des Klimawandels? Anhand eines einzelnen Wetterextrems wie dem zurzeit lässt sich dies noch nicht festmachen. Denn das Wetter entsteht aus einer komplexen Wechselwirkung vieler Faktoren – und ob davon einige Stellräder durch die globale Erwärmung verstellt wurden, ist meist kaum auszumachen.

Karte mit den Höchsttemperaturen am 1. Juli 2015
Höchsttemperaturen am 1. Juli 2015 in Europa. In vielen Regionen lagen sie bei über 30 Grad.

Klar messbare Häufung

Klar scheint jedoch, dass sich Hitzewellen in vielen Gegenden der Erde und auch in Deutschland in den letzten Jahrzehnten zunehmend häufen. So ergab erst vor kurzem eine Studie an 217 Ballungsräumen weltweit, dass in mehr als der Hälfte dieser Städte die anormal heißen Tage signifikant zugenommen haben. Bei zwei Dritteln wurden auch die zu warmen Nächte häufiger.

Diese immer stärkere Häufung von Hitzewellen bestätigt der DWD auch für Deutschland: So gab es in Hamburg vor 1994 noch gar keine zweiwöchigen Hitzeperioden mit mindesten 30 Grad Tagestemperatur, danach aber bereits vier Mal. Frankfurt am Main erlebte seit 1990 zwölf solcher Hitzewellen, Mannheim sogar 15. Sollte die aktuelle Hitzewelle tatsächlich wie vorhergesagt bis Mitte Juli anhalten, wird sie sich in diese Reihe einordnen.

Diagramm Häufigkeit von Hitzewellen für fünf deutsche Großstädte
Häufigkeit von Hitzewellen mit einem Tagesmaximum von 30 Grad und mehr für fünf deutsche Großstädte.
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