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Haarausfall ist nicht nur Männersache

Frauen bekommen Cellulite und Männer schütteres Haar. Dieses Klischee ist in der Gesellschaft weit verbreitet. Dabei haben medizinische Studien in den letzten Jahren diese Annahme gründlich widerlegen können – zugegebenermaßen zu Ungunsten der Frau. Es ist richtig, dass vor allem die weibliche Haut zur Bildung von Cellulite neigt. Haarausfall dagegen ist bei weitem kein reines Männerproblem. Auch Frauen neigen vor allem mit fortschreitendem Alter häufig unter meist hormonell bedingtem Haarausfall.

Ob das Haar im Laufe der Zeit ausdünnt, ist in den meisten Fällen genetisch bedingt. Bei Frauen kommen häufig hormonelle Ursachen hinzu. Erst bei einem Verlust von täglich mindestens einhundert Haaren über einen längeren Zeitraum hinweg und der Entstehung kahler Stellen auf dem Kopf spricht die Medizin tatsächlich von Haarausfall, dem so genannten Effluvium. Hier sind Männer und Frauen gleichermaßen betroffen. Die Ursachen sind allerdings nicht auf beiden Seiten gleich verteilt. Zudem ist auch nicht jeder Haarausfall gleich als Haarausfall aus medizinischem Blickwinkel zu betiteln, wie auch dieser Artikel beschreibt.

Haarausfall hat vielfältige Ursachen

Ob man zu Haarausfall neigt oder davon verschont bleibt, ist, wie so vieles im Gesundheitsbereich, eine Frage der genetischen Veranlagung. Die Ursachen, die schließlich zum Verlust der Haare führen, können aber vielfältiger Natur sein und nicht immer muss es trotz entsprechender Veranlagung zu schwerwiegendem Haarausfall kommen. In jungen Jahren sind nur sehr wenige Menschen von Haarausfall betroffen. Die meisten Betroffenen stellen erst mit zunehmendem Alter fest, dass ihr Haar dünner wird oder in größeren Mengen ausfällt. Angeboren ist also lediglich die Veranlagung zu Haarausfall, der Haarausfall an sich zeigt sich überwiegend erst in der zweiten Lebenshälfte. Für eine erfolgreiche Behandlung ist es allerdings von großer Wichtigkeit, den Grund für den Haarverlust medizinisch abzuklären.

Dies sind die häufigsten Ursachen für Haarausfall:

1. Haarausfall durch genetische Veranlagung: Dies ist die bei weitem häufigste Ursache für Haarausfall und sie kann Männer und Frauen gleichermaßen treffen.

Testosteron-Strukturformel
Testosteron

Die in der medizinischen Fachsprache als Androgenetische Alopezie bezeichnete Form des Haarausfalls ist die Folge einer Überempfindlichkeit gegenüber einem männlichen Testosteron, dem Sexualhormon Dihydrotestosteron. Dieses Hormon löst eine Überreaktion im Bereich der Haarwurzeln aus, wodurch diese stark angegriffen werden. Die Überempfindlichkeit gegenüber dem Testosteron ist bei Männern und Frauen genetisch veranlagt.

Obwohl diese Form des Haarausfalls hormonelle Ursachen hat, handelt es sich hierbei nicht um eine hormonelle Störung.

2. Kreisrunder Haarausfall: Die so genannte Alopecia areata ist im Hinblick auf ihre Ursache bisher noch nicht zufriedenstellend erforscht. In der Medizin herrscht derzeit überwiegend die Meinung, dass eine Autoimmunreaktion des menschlichen Körpers für den kreisrunden Haarausfall verantwortlich ist. Die Abwehrzellen des Immunsystems greifen dabei die Haare an, schwächen ihre Struktur und lassen sie nicht mehr richtig wachsen und schließlich ausfallen. Eine genetische Veranlagung zum kreisrunden Haarausfall wird bislang nur vermutet, konnte aber noch nicht wissenschaftlich bewiesen werden.

Kreisrunder Haarausfall am Hinterkopf
Kreisrunder Haarausfall trifft vor allem Männer.

3. Diffuser Haarausfall: Diese verbreitete Form des Haarausfalls ist ein Überbegriff für eine Vielzahl unterschiedlicher Ursachen. Der diffuse Haarausfall wird häufig durch einen Nährstoffmangel im Körper ausgelöst. Besonders häufig sind Eisenmangel oder eine Unterfunktion der Schilddrüse, die noch nicht ausreichend behandelt wird. Im Zusammenhang mit radikalen Ernährungsumstellungen oder Fastenkuren tritt nicht selten eine vorübergehende Form des diffusen Haarausfalls auf, bis der Körper sich auf die veränderte Nährstoffzufuhr eingestellt hat. Essstörungen oder eine Störung des Darms können ebenfalls zu einem Nährstoffmangel führen, auf den der Körper mit Haarausfall reagieren kann.

Ein weiterer häufiger Auslöser für den diffusen Haarausfall sind schwere oder chronische Erkrankungen. Dazu zählen auch Hauterkrankungen wie Schuppenflechte oder Herpes. Bei Krebserkrankungen tritt der diffuse Haarausfall häufig im Zusammenhang mit einer Chemo- oder Strahlentherapie auf, die die Haarwurzeln besonders stark angreift und das Immunsystem schwächt.

Hormonelle Ursachen bedingen vor allem bei Frauen oft diffusen Haarausfall. So kann es beispielsweise in der Schwangerschaft zu vermehrtem Verlust von Haaren kommen oder durch die Einnahme, Absetzung oder ein Wechsel der Pille. Auch die Wechseljahre bringen häufig diffusen Haarausfall mit sich.

Nicht zuletzt belasten auch psychischer Stress oder eine falsche Pflege die Haarstruktur und können sie nachhaltig schädigen.

Es muss nicht immer gleich die Perücke sein: Haarausfall erfolgreich behandeln

Wenn beim morgendlichen Haare Kämmen immer größere Teile der einstigen Lockenpracht in der Bürste zurückbleiben und sich am Kopf die ersten schütteren Stellen bemerkbar machen, ist das Unbehagen oft groß. Tatsächlich kann sich der Haarverlust im Laufe der Zeit verschlimmern und in schwerwiegenden Fällen zur Haarlosigkeit, der so genannten Alopezie führen. Während Männer sich bei starkem Haarausfall früher oder später mit ihrem Schicksal abfinden und der Glatze mit zunehmendem Alter durchaus etwas abgewinnen können, wird die Problematik für Frauen häufig belastender.

Der Haarausfall muss aber nicht unbegrenzt fortschreiten und der Griff zur Perücke ist in vielen Fällen nicht nötig. Die Medizin hat viele Ursachen des Haarausfalls inzwischen umfassend erforscht und Behandlungsmethoden entwickelt, die den Verlust der Haare eingrenzen, das noch vorhandene Haar stärken und gegebenenfalls sogar zum Haaraufbau beitragen kann. Wichtig ist dabei, dass die jeweilige Ursache für den Haarausfall zunächst gründlich untersucht wird, um bei der Behandlung an der richtigen Stelle anzusetzen. Spezialisierte Haarkliniken bieten ihren Patienten ein umfassendes Behandlungsspektrum an und begleiten sie von der Ursachenforschung über die Reduzierung des Haarverlustes bis hin zum gezielten Wiederaufbau des Eigenhaares. Das Density-Improvement-Programm von Haarklinikken.de behandelt beispielsweise verschiedene Formen des Haarausfalls, die auf hormonellen Ursachen, verschiedensten Mangelerscheinungen oder den Auswirkungen von Krankheiten und einer damit einhergehenden Medikation beruhen. Eine umfangreiche Voruntersuchung bildet immer die Grundlage für einen erfolgreichen Behandlungsansatz.

Neben der Verbesserung der eigenen Haarstruktur kann auch eine Haartransplantation erfolgversprechend sein, insbesondere dann, wenn bereits kahle Stellen entstanden sind. Durch die Haartransplantation soll eine Verbesserung der Haardichte erreicht werden. Vor allem bei Männern mit androgenetischem Haarausfall ist eine Eigenhaartransplantation häufig sehr erfolgversprechend. Bei dieser Form des Haarausfalls bleibt meist ein kreisrunder Bereich am Hinterkopf zurück. Die dort wachsenden Haare haben Haarwurzeln, die weniger empfindlich auf das Dihydrotestosteron reagieren. Die Ursache hierfür ist bislang nicht endgültig geklärt. Werden Haare mit einer so beschaffenen Haarwurzel an kahle Stellen auf dem Kopf verpflanzt, besteht eine gute Chance, dass die Haare auch an diesen Stellen gesünder nachwachsen, da das Testosteron die Wurzeln nicht so stark angreift. Eine eingehende Analyse der individuellen Haarstruktur ist allerdings in jedem Einzelfall erforderlich. Im Idealfall wird die Haartransplantation durch eine Behandlung zur Verbesserung und Stärkung der vorhandenen Haarstruktur ergänzt. So kann sich das Haar je nach Ursache für den Haarausfall langfristig erholen und gesünder und kräftiger nachwachsen.

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