wissen.de
You voted 3. Total votes: 68
wissen.de Artikel

Gute Vorsätze – so klappt es mit der Umsetzung

...

"Smarte" Ziele setzen

Eine weitere Hilfe ist es, die Vorsätze möglichst konkret zu machen und sich dabei erreichbare Ziele zu setzen. "Gute Vorsätze sollten nicht allzu radikal verfasst sein, weil sie uns dann dauerhaft zu viel Selbstkontrolle abverlangen, so viel nämlich, dass ein Scheitern vorprogrammiert ist", erklärt Mierke. Der Vorsatz "Nie wieder Schokolade" endet bei den meisten Naschkatzen eher damit, dass der Vorsatz über Bord geht und man im Extremfall gleich eine ganze Tafel am Stück verputzt.

Besser ist es daher, sich beispielsweise vorzunehmen, pro Tag nicht mehr als einen Riegel Schokolade zu essen. Das schadet der Gesundheit nicht, hilft aber trotzdem, die Schokolust oder den Süßjieper im Zaum zu halten. "Gute Ziele, so wissen wir aus der Organisationpsychologie, sind SMART. Das Akronym steht für Spezifisch, Messbar, Attraktiv, Realistisch und Termingebunden", erklärt die Psychologin.

Belohnungen helfen

Wichtig ist es auch, sich selbst zu belohnen – aber natürlich so, dass wir trotzdem unseren Vorsätzen treu bleiben. Denn eine böse Falle ist es, sich nach einem gelungenen Sieg über das Gewohnheitstier sozusagen als Belohnung gleich eine "Sünde" zu gönnen. Typisches Beispiel ist der Nachtisch, mit dem wir uns in der Kantine für den zuvor vertilgten "sparsamen" Salat belohnen.

In der Psychologie ist dieses Verhalten wohlbekannt: Wenn eine Handlung Disziplin erfordert und wir damit bereits guten Willen gezeigt haben, neigen wir dazu, uns anschließend weniger diszipliniert zu verhalten. Nach einem harten Arbeitstag gönnen wir uns beispielsweise abends Chips und Bier zum Fernsehen - schließlich haben wir uns das verdient. Das ist zwar verständlich, erweist sich aber als böse Falle, wenn es um das Umsetzen unserer guten Vorsätze geht.

Stattdessen sollten wir uns eine Belohnung überlegen, die uns guttut, aber dennoch nicht gegen unsere Ziele verstößt. Wir könne uns beispielsweise ein schönes Entspannnungsbad gönnen, gute Musik oder ein leckeres, aber gesundes Essen. Hilfreich ist es auch, gerade das Abendessen ruhig schon vorzubereiten. Denn gerade wenn wir erschöpft sind, ist die Fähigkeit zur Selbstkontrolle nachweislich herabgesetzt. Wartet daher kein fertig eingekauftes oder sogar schon vorbereitetes Essen zuhause auf uns, verlocken uns Fastfood und Snacks im Supermarkt noch stärker als ohnehin schon.

Und wenn es trotz psychologischer Tipps mal wieder schwer fällt dran zu bleiben, dann halten Sie es wie Yoda aus Star Wars: "Tu es oder tu es nicht. Es gibt kein Versuchen."

NPO / Hochschule Fresenius, 02.01.2017
You voted 3. Total votes: 68