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Geld regiert die Kinderwelt

Wie viel Taschengeld ist angemessen?

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Vom Schulkind zum Konsumenten

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Rechnen mit Geld

Auch im Schulunterricht sollte der Umgang mit Geld Thema sein.

Dass die Mehrzahl der Kinder heute ein Taschengeld bekommt, ist nicht zuletzt eine Folge der Industrialisierung. Wirtschaftlich betrachtet war es sinnvoller, Kinder auszubilden als sie arbeiten zu lassen. So führte das Arbeitsverbot für Kinder einerseits und die Einführung der allgemeinen Schulpflicht andererseits dazu, dass Kinder in den Industrieländern in den Jahren zwischen 1870 und 1930 vom Arbeitsmarkt verdrängt wurden. In Deutschland war es durch die beiden Weltkriege zum Teil bis zur Mitte des 20. Jahrhunderts üblich, dass bereits Kinder zum Familieneinkommen beitrugen. Erst in den 1960er/70er Jahren erhielt die Mehrheit der Kinder und Jugendlichen in Deutschland regelmäßig Taschengeld. Aus dieser Zeit stammt nicht nur der erste Brockhaus-Eintrag, sondern auch der erste Rechtsstreit zum Thema, und die Werbung wandte sich nicht mehr an die Eltern, sondern direkt an den Nachwuchs. Ab Mitte der 1980er Jahre etablierte sich die Kindermarktforschung. Seit 1996 veröffentlicht der Comic- und Jugendmagazinverlag Egmont Ehapa Daten zur Kaufkraft von Kindern in Deutschland und trägt damit wesentlich zur Wahrnehmung von Kindern als Konsumenten bei. Kritiker sprechen von einer Kommerzialisierung der Kindheit, und tatsächlich gab es niemals zuvor ein so vielfältiges Angebot, das sich direkt an Kinder und Jugendliche wendet. Umso sinnvoller ist es, seine Kinder beizeiten an einen verantwortungsbewussten Umgang mit Geld und Konsumgütern zu gewöhnen.

 

So viel Taschengeld ist angemessen

Alter

Betrag in Euro

6 Jahre50 Cent
6 bis 7 Jahre1,50 bis 2,- (wöchentlich)
8 bis 9 Jahre2,- bis 3,- (wöchentlich)
10 bis 11 Jahre13,- bis 16,- (monatlich) 
12 bis 13 Jahre

20,- bis 22,- (monatlich)

14 bis 15 Jahre25,- bis 30,- (monatlich)
16 bis 17 Jahre35,- bis 45,- (monatlich)
18 Jahre

70,- (monatlich)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Quelle: Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend (www.familien-wegweiser.de)
von wissen.de-Autorin Katja Schmid, August 2012
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