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Geiz ist geil wie Gammelfleisch

Die Macht ist mit den Verbrauchern. Machen wir was draus!

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"Da weder die Wirtschaft noch die Politik ohne die Unterstützung der Bevölkerung überleben kann, sind wir in einer starken Position, wenn wir uns zusammentun und gemeinsam auf Veränderungen drängen", schreibt die Globalisierungskritikerin und Cambridge-Professorin Noreena Hertz in ihrem pamphletischen Bestseller "Wir lassen uns nicht kaufen! Keine Kapitulation vor der Macht der Wirtschaft". Wie stark wir mit unserem Konsumverhalten tatsächlich die Geschäfte der Großkonzerne beeinflussen können, zeigen Geschichten wie die von Walmart oder Nike, die auf öffentlichen Druck hin die zum Teil menschenunwürdigen Arbeitsbedingungen verbessern mussten, da ihre Umsätze aufgrund der Negativ-PR drastisch zurückgingen.


Warum Fleisch so billig ist ... 

Der tatsächlichen Macht der Verbraucher steht dennoch eine gefühlte Ohnmacht gegenüber. Scheinbar unveränderliche Kräfteverhältnisse wie die Übermacht der Industriestaaten gegenüber den Entwicklungsländern, aber auch Hiobsbotschaften aus dem Lebensmittelsektor wie BSE- oder "Gammelfleisch" rufen Lähmungserscheinungen hervor, in deren Folge wir dümmlichen Pseudobotschaften wie "Geiz ist geil" oder "Ich bin doch nicht blöd!" lieber Glauben schenken als der schlichten Tatsache, dass Geiz nur solange geil ist, bis die Wahrheit ans Licht kommt: dass das Fleisch eben deshalb so billig ist, weil es bereits vor sich hin fault; dass die Brötchen beim Discountbäcker deswegen 15 Cent weniger kosten als in der Bäckerei, weil Chemikalien eben billiger sind als Hefe und Zeit. Oder dass Schnittblumen den günstigen Preis hochgiftigen Pestiziden verdanken.

 

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von Ariane Greiner
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