wissen.de
You voted 3. Total votes: 176
wissen.de Artikel

Geblitzt! Die sieben häufigsten Fragen

...

Achtung, Blitzer! – Die häufigsten Fragen und Antworten im Video.

Der ADAC hat die sieben häufigsten Fragen zum Thema Geschwindigkeitsverstöße zusammengestellt und beantwortet sie.

Ich musste schnell zum Flieger. Komme ich damit um ein Fahrverbot herum?

Nein, dieses Argument zieht nicht, wenn es sonst nichts Entlastendes gibt. Im Gegenteil: Wer sich auf diese Weise rechtfertigt, der gibt damit zu, dass er absichtlich zu schnell gefahren ist. Und bei Vorsatz wird die Geldbuße verdoppelt. Ein Widerspruch mit diesem Argument wird daher schnell zum Eigentor.

Ich habe das Tempo-30-Schild glatt übersehen. Lohnt sich ein Einspruch?

Kaum. Denn als Autofahrer ist man verpflichtet, auf Verkehrsschilder zu achten. Und in der Regel prüft die Polizei schon beim Auswählen einer Messstelle für das Blitzen, ob das Tempolimit-Schild für Autofahrer gut erkennbar ist.

Sind die Messgeräte zuverlässig? Lohnt es sich, die anzuzweifeln?

In der Regel sind die Messgeräte heute technisch soweit ausgereift und geprüft, dass sie korrekt abreiten. Nur in wenigen Fällen lassen sich technische Fehler oder eine falsche Bedienung nachweisen. Wenn Sie aber überzeugt sind, dass etwas nicht stimmt, sollten Sie Ihren Anwalt Akteneinsicht nehmen lassen und mit ihm besprechen, ob sich ein Sachverständigengutachten lohnt.

Reicht ein schlechtes Foto?

Das Blitzer-Foto muss eine zweifelsfreie Identifizierung des Fahrers erlauben. Ist es undeutlich und Sie bestehen darauf, dass Sie nicht gefahren sind, kann das Gericht einen Gutachter einschalten oder das Verfahren gleich einstellen. Allerdings droht dem Halter dann eine Fahrtenbuchauflage.

Kann ich mein Fahrverbot in eine höhere Geldbuße umwandeln?

Das geht nur, wenn Sie gute Gründe haben. Einer davon wäre, dass Ihnen die Kündigung Ihres Arbeitsplatzes droht, weil Sie nicht Auto fahren dürfen. Dann können die Behörden vom Fahrverbot absehen – dafür wird die Geldbuße erhöht, meist um das Doppelte. Aber ansonsten sind nur wenige Begründungen stichhaltig genug - sich freikaufen geht also eher nicht.

Ich bin nur 13 Stundenkilometer zu schnell gefahren, habe aber trotzdem gleich einen teuren Bußgeldbescheid bekommen. Warum?

Normalerweise ist bei Geschwindigkeitsverstößen unter 20 Stundenkilometern nur ein Verwarnungsgeld fällig. Es kann aber passieren, dass das Verwarnungsgeldschreiben in der Post verloren geht. Die Behörden werten das dann als "nicht bezahlt" und erlassen einen Bußgeldbescheid. Neben den 25 Euro Strafe werden damit auch 28,50 Euro Verfahrenskosten fällig.

Ich bin Fahranfänger und mit 21 km/h geblitzt worden. Verlängert sich dadurch meine Probezeit?

Ja, bei einem Geschwindigkeitsverstoß verlängert sich die Probezeit von zwei auf vier Jahre. Außerdem müssen Sie ein Aufbauseminar in einer Fahrschule besuchen. Das kostet etwa 250 Euro.

ADAC / NPO, 04.11.2015
You voted 3. Total votes: 176