wissen.de
You voted 1. Total votes: 87
wissen.de Artikel

Freiklettern – der Tanz im Fels

...

Dabei hält sich das eigentliche Wagnis in Grenzen, denn - entgegen falscher Vorstellungen - ist man beim Freiklettern gut gesichert. Frei von technischen Hilfsmitteln, also nur mittels des eigenen Körpers und der natürlichen Tritte und Griffe am Fels, gilt es eine Route zu bezwingen. Diese Ethik des Freikletterns, die bereits um die Jahrhundertwende im Elbsandsteingebirge - der Wiege des Freeclimbings - beheimatet war, wurde in den 50er und 60er Jahren vom technischen Klettern abgelöst. Der technische Fortschrittsglaube schien ungebrochen und der menschliche Körper zu limitiert in seiner Leistungsfähigkeit. Die Hippiegeneration und ihre Suche nach neuen Wertmaßstäben bewirkte aber glücklicherweise auch eine Neuorientierung in der Kletterwelt. Mit dem "Californian Way of Life" schwappte auch der neue bzw. alte Weg des freien Kletterns Anfang der 70er Jahre zurück nach Europa. Klettern wurde gesellschaftsfähig, Hunderte von Klettergärten entstanden und die Beliebtheit dieses unvergleichlichen Sports in freier Natur wächst ständig.

Und schon Goethe hat erkannt: "Aber das Steile, Jähe scheint der Jugend zuzusagen; dies zu unternehmen, zu erstürmen, zu erobern ist jungen Gliedern ein Genuß!"

Richard Steiger
You voted 1. Total votes: 87